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Tag der Pflege am 12. Mai – Fachkräftemangel stellt Pflegebranche im Landkreis Harz vor große Herausforderungen

Mehr Beschäftigte in der Pflege im Landkreis Harz
Pflegeberufe sind schöne, aber auch harte Berufe. Aufgrund der zunehmend immer älter werdenden Bevölkerung boomt die Pflegebranche in ganz Deutschland, gerade in den letzten Jahren. Auch im Landkreis Harz. Hier sind in der Kranken- und Altenpflege derzeit über 4.800 Frauen und Männer tätig. Das sind rund 6,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 330 Personen mehr als vor vier Jahren. Binnen weniger Jahre ist die Zahl der Angestellten in der Branche damit um 7,4 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die Beschäftigtenzahl insgesamt ist im Landkreis Harz im selben Zeitraum lediglich um 3,5 Prozent gestiegen. Das spiegelt den großen Bedarf an Arbeitskräften in der Pflege wider.

Pflegekräfte stellen die größte Berufsgruppe im deutschen Gesundheitswesen. Sie bilden in Kliniken, Heimen und Pflegediensten das Rückgrat der Patientenversorgung. Allerdings fehlen aufgrund der zunehmend alternden Bevölkerung immer mehr Fachkräfte zur Versorgung der Patienten. Um die hohe Arbeitskräftenachfrage zu decken, setzen Pflegebetriebe mittlerweile verstärkt auf berufliche Quereinsteiger und zunehmend auch auf Beschäftigte aus anderen Staaten.

Mehr offene Stellen, weniger Arbeitslose – Fachkräfte sind knapp.
„Vor allem bei Altenpflegekräften besteht ein bundesweiter Mangel. Gesucht werden besonders examinierte Fachkräfte. Auch bei uns in der Region. So kamen im Landkreis Harz auf die 41 bei unserem Arbeitgeber-Service gemeldeten Stellen für Fachkräfte im April 2018 lediglich elf arbeitslose Frauen und Männer. Ähnlich verhält es sich in der Krankenpflege. Auf die 30 freien Stellen für Fachkräfte kommen nur 16 arbeitslose Bewerber. Gute Zukunftsaussichten also für Berufseinsteiger und Jobwechsler“, stellt Freya Fuckert, Bereichsleiterin operativ der Halberstädter Arbeitsagentur fest.

Attraktive Berufe mit Perspektive – Arbeitsagentur unterstützt Qualifizierung
„Gesundheits- und Pflegeberufe sind nicht nur gefragt, sie bieten auch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und sichere Arbeitsplätze in unserer Region“, informiert Freya Fuckert anlässlich des Internationalen Tages der Pflege und verweist auf den aktuellen Chancenatlas für Sachsen-Anhalt. Dass Berufe in der Gesundheits- und Pflegebranche gute Zukunftschancen bieten, haben mittlerweile viele Berufstätige aus anderen Branchen für sich erkannt. Dabei gibt es viele Wege zum Pflegeberuf, ob über Ausbildung, Studium oder Weiterbildung – die Angebotspalette zum Berufseinstieg ist breit und die Halberstädter Arbeitsagentur berät und unterstützt Interessierte individuell.

„Angesichts des mittlerweile flächendeckenden Fachkräfteengpasses in der Kranken- und Altenpflege setzen wir verstärkt auf die berufliche Weiterbildung für Arbeitslose. Allein im letzten Jahr haben mit unserer Unterstützung zehn Arbeitslose bzw. Beschäftigte eine Ausbildung zur Pflegehilfskraft und weitere zwanzig eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft aufgenommen. Eine ähnlich hohe Zahl planen wir auch für diese Jahr wieder ein“, so Fuckert.

Dabei hilft auch, dass die Arbeitsagenturen im Rahmen der „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ bis Ende 2019 die Weiterbildung vollständig fördern können. Die für das dritte Ausbildungsjahr sonst erforderliche Ko-Finanzierung durch Dritte ist hier nicht erforderlich. Eine solche Regelung gibt es für die Krankenpflege jedoch nicht.

Pflege braucht nicht nur motivierte Fachkräfte, sondern auch attraktive Arbeitsbedingungen.
So wie in ganz Deutschland, wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften auch im Landkreis Harz stetig, denn die Pflegebedürftigkeit in der Bevölkerung steigt aufgrund der zunehmend alternden Gesellschaft immer weiter an. Zudem wächst das Gesundheitsbewusstsein der Menschen ständig.

„Natürlich versuchen wir, alle vorhandenen Reserven an Arbeitskräften zu mobilisieren und bei jungen Leuten für eine Ausbildung im Pflegebereich zu werben oder Arbeitslose zu qualifizieren. Dabei arbeiten wir ganz eng mit den Pflegeeinrichtungen in der Region zusammen, um ihnen bei der Personalgewinnung zu helfen. Aber auch die Unternehmen selbst haben bei dem Thema Nachwuchs- und Fachkräftesicherung eine große Eigenverantwortung. Sie sollten z. B. die Attraktivität ihrer Arbeitsplätze verbessern. Ein Baustein dabei ist die Entlohnung. Entgelte müssen eben stimmen. So lange es spürbare Lohnunterschiede zwischen angrenzenden Regionen gibt, wird es uns allen schwer fallen, das Fachkräfteproblem zu lösen. Im direkt angrenzenden Niedersachsen verdient eine Fachkraft in der Altenpflege im Median 2.276 Euro brutto im Monat. Das sind 22 Prozent mehr als in Sachsen-Anhalt (1.864 Euro). Das ist u. a. auch ein Grund, warum immer noch viele Pflegefachkräfte aus unserer Region nach Niedersachsen pendeln. Qualifizierte Fachkräfte gewinnt und hält man schließlich nur mit guten Arbeitsbedingungen, attraktiven Konditionen und flexiblen Arbeitszeitmodellen für die Arbeit im Schicht- und Wochenenddienst sowie mit fairen Löhnen. So können sie beispielweise die große Gruppe junger Mütter für sich aufschließen, Menschen für das Arbeitsfeld begeistern und in der Region gehalten werden“, appelliert Fuckert in Richtung der Unternehmen.

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
38817 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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