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Zwei Deutschlandpremieren und ein James Bond – Internationaler Mordsharz-Auftakt im Schloss Wernigerode

Dietmar Wunder

Dietmar Wunder / Foto: Veranstalter

Die Schwedin Emelie Schepp und die Isländerin Yrsa Sigurdardóttir sorgten am Mittwoch in der Kapelle des Schlosses Wernigerode für einen internationalen Auftakt des diesjährigen Mordsharz-Festivals. Beide sind in ihrer jeweiligen Heimat Bestsellerautorinnen, doch da weder Schwedisch noch Isländisch im Harz weit verbreitet ist, lasen sie jeweils nur den Prolog ihrer aktuellen Thriller.

Den Hauptteil der Lesung übernahm für Emelie Schepps „Engelsschuld“ die Schauspielerin Julia Nachtmann, die bereits vor zwei Jahren in Goslar zu Gast war und gerne erneut zum Harzer Krimifestival kam. Aus „Sog“ von Yrsa Sigurdardóttir las kein geringerer als Dietmar Wunder, die deutsche Stimme von James Bond und ebenfalls ein Mordsharz-Wiederholungstäter.

Doch nicht nur die Stimmen der beiden bekannten Hörbuchsprecher und ihre Fähigkeit, Figuren zum Leben zu erwecken, begeisterten das Publikum. Auch beide Bücher – beides Deutschlandpremieren und im Falle von Yrsa Sigurdardóttir sogar die einzige Lesung in Detuschland – haben es in sich.

„Engelsschuld“ zeichnet sich durch eine rasante filmische Erzählweise aus sowie durch eine Geschichte im Umfeld von Rettungssanitätern und jenen, die täglich Leben retten. „Menschen in diesen Berufen arbeiten oft bis zu 36 Stunden durch und müssen dann auf den Punkt topfit sein“, erzählte Emelie Schepp, was sie zu diesem Buch bewog.

Doch auch wenn dieses Buch in Schweden ein Bestseller wurde, verlegte sie ihren Erstling selbst, da sich zunächst kein Verlag für ihr Manuskript interessierte, verriet sie Mordsharz-Chef Christoph Lampert im Interview. Yrsa Sigurdardóttir war hingegen in Island schon als Kinderbuchautorin bekannt als ihr Verleger sie fragte, ob sie nicht auch Spannungsliteratur schreiben wolle. Sie wollte gerne, tat es, und auch ihre Bücher verkauften sich nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch in anderen Ländern sehr gut.

In ihrem „Sog“ geht es um Briefe aus einer Zeitkapsel, in denen Morde angekündigt werden. Leider ist das mehr als eine schreckliche Geschichte, wie einige grausige Funde zeigen. Noch dazu basiere all das auf einer wahren Begebenheit, berichtete die Autorin, sie habe es lediglich etwas ausgeschmückt und vielleicht an der einen oder anderen Stelle zugespitzt.

Eine Zuspitzung, was die Spannung angeht, waren auf jeden Fall die Vorträge von Julia Nachtmann und Dietmar Wunder. Beiden war deutlich anzumerken, dass sie gerade das Spiel mit der Stimme lieben, wobei beide im Interview auch sagten, dass ihnen gerade die Vielseitigkeit ihres Berufes gefalle, eben nicht auf eine Sache oder eine Rolle festgelegt zu sein. Dennoch bat Lampert Dietmar Wunder sozusagen als Zugabe, den wohl berühmtesten Satz seiner Karriere zu sagen. „Schließen Sie die Augen“, begann dieser, „stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Café in Wernigerode. Ein Auto einer britischen Nobelmarke fährt vor, ein Mann steigt aus, kommt zu Ihnen an den Tisch und stellt sich vor: ‘Mein Name ist Bond, James Bond.’“

Der langanhaltende Schlussapplaus galt aber nicht nur diesem Satz, sondern zwei spannenden Autorinnen, zwei brillanten Sprechern und einem rundum gelungenen Start ins Krimifestival, das noch bis Samstag weitere bekannte Autoren und lesenswerte Bücher in Goslar, Wernigerode und Bad Lauterberg präsentiert.

PM:
Christian Dolle
www.mordsharz-festival.com

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