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Interview mit der Mordsharz-Autorin Tatjana Kruse

Tatjana Kruse Mordsharz

Tatjana Kruse bei ihrem ersten Besuch bei Mordsharz. / Foto: Veranstalter

Tatjana Kruse ist eine der Wiederholungstäterinnen bei Mordsharz, weil sie bei ihrem letzten Besuch im Harz mit einer brüllend komischen Lesung überzeugte und jetzt ein vielversprechendes neues Buch mit zwei skurrilen neuen Ermittlerinnen herausgebracht hat. Warum und überhaupt und vieles mehr erzählt sie im Interview mit Christian Dolle.


„Man wird immer schrulliger, bis man irgendwann gar nicht mehr unter Leute kann“
Interview mit Mordsharz-Wiederholungstäterin Tatjana Kruse

Tatjana Kruse war schon einmal bei Mordsharz zu Gast. Damals hatte ihre Lesung viel mit Stand-up-Comedy gemeinsam und brachte den Saal zum Gröhlen. Wer ihren aktuellen Krimi „Der Gärtner war’s nicht“ gelesen hat, der ahnt, dass es diesmal ebenso enden könnte. Daher führten wir vorab noch ein völlig seriöses Interview mit der „freilaufenden Krimiautorin“.

Es heißt, Leute zum Lachen zu bringen sei ungleich schwerer als zum Weinen. Du schreibst seit vielen Jahren humorvolle Krimis. Wie schwer ist das wirklich?

Wenn einem etwas wirklich schwer fällt, kann ja nichts Leichtes daraus erwachsen. Ich habe schon vor vielen Jahren gelernt, wie wichtig Humor ist – für die Literatur und für das Leben und überhaupt. Darum habe ich immer viel Spaß beim Schreiben meiner Krimödien (dem Kind der Liebe aus Krimi und Komödie) und ich hoffe, dass dieser Funke der Heiterkeit auf die Leser überspringt und ihnen die Lektüre kleine, erholsame Fluchten aus dem Alltag bietet.

Was ist wichtiger? Eine skurrile Geschichte oder eine pointierte Sprache?

Welches Bein ist wichtiger – das linke oder das rechte Bein? Bei meinen Büchern ist beides gleich wichtig, sonst gibt es Schlagseite.

Als du bei Mordsharz zu Gast warst, damals noch mit Kommissar Seifferheld. Jetzt hast du mit Konny und Kriemhild zwei neue Ermittlerinnen. Warum eigentlich?

Der Autor und sein Held – das ist wie in einer Ehe. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, pflegte meine Oma immer zu sagen. Sir Arthur Conan Doyle hatte Sherlock Holmes eines Tages dermaßen “über”, dass er ihn in den Reichenbach Fällen zu Tode stürzen ließ, nur um ihn dann – nach einem Aufschrei der ganzen Welt – wieder auferstehen zu lassen. Agatha Christie fand Hercule Poirot irgendwann so unerträglich, dass sie ihn durch Miss Marple ersetzte, nur um ihn dann – nach einem Aufschrei der ganzen Welt – wieder ins Boot zu holen und zweigleisig zu fahren. Siggi Seifferheld und ich brauchten einfach mal eine Pause. Jetzt warte ich auf einen Aufschrei der ganzen Welt …


Man sagt immer, in den Figuren stecke viel vom Autor selbst. Nun sind deine Protagonistinnen zwei ältere Damen. Heißt das etwa, du fühlst dich alt?

Ich fühle mich nicht alt, aber ich BIN alt. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und weil dem so ist, kann ich auch ganz wunderbar als Insiderin darüber schreiben.

Kann ja nicht sein, denn außerdem spielt in „Der Gärtner war’s nicht“ aber eine junge Band eine Rolle. Hast du etwa musikalische Ambitionen?

Oho, fein beobachtet! Ich lerne auf meine alten Tage gerade Klavierspielen. Es ist großartig. Und beweist: Man ist nie zu alt. Für gar nix.

Deine Entertainerqualitäten kann dir niemand absprechen, der deine Lesung bei Mordsharz miterlebt hat. Wie wichtig ist dir der direkte Kontakt mit dem Publikum?

Danke für die “Entertainerqualitäten”!! Der direkte Kontakt ist mir unglaublich wichtig. Man sitzt ja ansonsten ganz allein in der heimischen Höhle vor dem Laptop und redet mit sich selbst und läuft den ganzen Tag im Pyjama herum und wird immer schrulliger, bis man irgendwann gar nicht mehr unter Leute kann… Außerdem bekomme ich unglaublich viel positives Feedback von all den wunderbaren Menschen, denen ich unterwegs begegne, und das ist ein großer Motor für meine Arbeit!

Gab es auch schon einmal Lesungen, bei denen dir Mordgedanken gekommen sind? Oder passiert das eher bei Interviews mit nervigen Journalisten?

Krimiautoren sind im wirklichen Leben absolut harmlos, weil sie ihre Mordgedanken ja grundsätzlich auf dem Papier austoben. Weder die Besucher meiner Lesungen noch Journalisten müssen vor mir Angst haben – versprochen!

Na, dann freue ich mich auf unser Live-Interview nach deiner Lesung am Donnerstag, 14. September im Wintersaal der Goslarer Kaiserpfalz.


Das gesamte Programm des diesjährigen Mordsharz vom 13. bis 16. September ist unter www.mordsharz-festival.de zu finden.

PM:
Christian Dolle
www.mordsharz-festival.de

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