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Wildkatzen im Südharz zweifelsfrei nachgewiesen – BUND Thüringen fordert zügige Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete in der Gipskarstlandschaft

Nordhausen. Die Lockstock-Saison 2017 liefert für den BUND Thüringen ein erfreuliches Ergebnis: Mindestens zwei Wildkatzenindividuen konnten in der Südharzer Gipskarstlandschaft zweifelsfrei genetisch nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgte unter anderem auf BUND-eigenen Flächen zwischen den Naturschutzgebieten Himmelsberg und Mühlberg sowie im Kammerforst bei Gudersleben und im Harzfelder Holz bei Neustadt.

„Wir freuen uns, dass die seltenen Tiere noch immer durch den Südharz streifen“, so BUND Wildkatzenexperte Thomas Mölich, der das Projekt im Südharz u.a. begleitet. „Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass die Tiere auch durch die Zerschneidung der Gipskarstlandschaft, Flächenumbrüche und Beseitigung von Waldsaumbiotopen hier akut bedroht sind.“

Ursprünglich war der Südharz mit zusammenhängenden Laubwäldern bedeckt. Optimale Bedingungen für die Ausbreitung der scheuen Jäger. Doch durch den im Gipskarstgürtel flächenintensiven Gesteinsabbau und die damit verbundenen Lärmbelästigungen und Erschütterungen infolge Sprengungen und LKW-Verkehr, der bis in Naturschutzgebiete vordringt, wird der Lebensraum immer mehr bedroht und zerschnitten.

Durch gezielte Flächenkäufe in der Gipskarstlandschaft und den Schutz des Grünes Bandes versucht der BUND, die letzten „Trittsteine“ für die Wildkatze zu bewahren. „Nur so können Tiere, die aus dem benachbarten Lebensraum des Harzes abwandern müssen, da alle Reviere dort gut besetzt sind, auch in Zukunft nach Thüringen gelangen“, erklärt der Mölich. „Leider ist dies zwischen Nordhausen im Osten und Bad Sachsa im Westen mangels durchgängiger Waldverbindungen und der Autobahn A38 inzwischen kaum mehr möglich, wie auch entsprechende Computermodelle zeigen.“

Gute Wildkatzenwege liegen laut dem Experten noch westlich von Bad Sachsa und östlich von Nordhausen. “Deshalb müssen die Vernetzung der Wanderkorridore über die Gipskarstwälder vom Alten Stolberg über Rüdigsdorf im Osten und Mackerode im Westen unbedingt erhalten und verbessert werden. Weitere Eingriffe durch die Gipsindustrie hätten hier fatale Folgen.“

Die Forderung des BUND ist klar: „Weitere Naturschutzgebiete in der Südharzer Gipskarstlandschaft müssen zügig ausgewiesen werden, damit die Zerschneidung durch die Gipsindustrie nicht noch weiter voranschreiten kann. Davon profitieren in Zukunft nicht nur die Wildkatze und viele weitere bedrohte Arten, sondern auch die Menschen in der Region.“

PM:
BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen)
www.bund.net/thueringen

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