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Frauenstimmen gesucht – Letzter Bewerbungsaufruf zum 12. Falkensteiner Minneturnier – Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober 2016

falkensteiner minneturnier

Falkensteiner Minneturnier / Foto: Veranstalter

Es gibt zwar schon einige sehr interessante Bewerbungen, aber die Frist läuft noch gut zwei Wochen: Frauen, die beim 12. Falkensteiner Minneturnier als Kandidatinnen dabei sein möchten, sollten sich nun schnellstens bewerben. Dazu ruft der Verein Dingo Musik und Theater e.V. auf, der das Minneturnier in Kooperation mit der Landesstiftung “Dome und Schlösser in Sachsen Anhalt e.V.” betreibt. Ort der Veranstaltung ist die Burg Falkenstein im Ostharz.

Bislang war das Minneturnier, historisch durchaus korrekt, fast eine reine Männerdomäne. Denn im deutschen Minnesang gibt es laut Überlieferung keine Damen, weder in der Jenaer noch in der Manessischen und auch nicht in der Kolmarer Liederhandschrift.

So ganz eng legten die Veranstalter die Überlieferung allerdings nicht aus: So gab es schon des öfteren Duette der Minnesang-Interpreten mit Sängerinnen, vor allem thematisch bedingt bei der Veranstaltung “Traumpaare des Mittelalters” (2012). Unvergessen ist auch der Dreifach-Sieg der Frauengruppe “Irrlichter” beim Minneturnier 2010: Hier gab es für Kandidatinnen, Kandidaten und Ensembles nur die Vorgabe, ein Lied der Minne-Folkrock-Band Ougenweide anzustimmen.

Meist aber spielten Frauen im Begleitprogramm als Schauspielerinnen (zum Beispiel die frechen Harzhexen) und Musikerinnen im Spielleute-Ensemble eine Rolle, durften sich aber nicht selbst dem Wettbewerb stellen.

Deshalb wird der Spieß in diesem Jahr einmal umgedreht: Ausschließlich Frauen sollen am 1. Juli 2017 auf Burg Falkenstein um den Lorbeerkranz antreten. Und mit einigem Eifer lassen sich auch dafür historische Vorbilder finden: zum Beispiel in Frankreich, wo tatsächlich im Hohen Mittelalter auch die Trobairitz und Trouveresses traurige, aber auch spöttische Lieder rund um die Minne sangen. Oder hinter Klostermauern, wo musikalisch oder lyrisch herausragende Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen oder Mechthild von Magdeburg das hohe Lied der Gottesminne sangen. Und selbst in den Werken der vielen männlichen Minnesänger finden sich ja Lieder, die aus weiblicher Perspektive gesungen werden – darunter so berühmte Lieder wie das Falkenlied des Kürenbergers und Walther von der Vogelweides “Under der linden”.

Man darf also gespannt sein, welche Lieder sich die Minnne-Streiterinnen aussuchen werden. Jede, die ihren Hut in den Ring werfen möchte, sollte drei Lieder (als Audio- oder Videodatei, auf CD oder als Link) einreichen, zusammen mit einer Kurzbiografie. Einsendungen bis zum 15.10. an Dingo Musik und Theater e.V., Guderoder Weg 6, 34369 Hofgeismar oder ganz einfach per Mail unter dingo@minnesang.com. Eine kompetente Jury wird die vielversprechendsten Sängerinnen auswählen.

Am Festivalwochenende gibt es ein passendes Rahmenprogramm: Es besteht diesmal aus einer Lesung aus dem “Frauenbuch” des Ulrich von Liechtenstein, der mit Augenzwinkern genüsslich den Geschlechterkrieg im Mittelalter darstellt (am Nachmittag vor dem Turnier). Die Matinée am Sonntag nach dem Minneturnier wird vom Musiktheater Dingo bestritten, das sein Erfolgsprogramm “Es stunt ein frouwe alleine – Der weibliche Blick auf die Minne” präsentiert.

Tickets kosten 18 Euro (nur Turnier) bzw. 25 Euro (inklusive Rahmenprogramm). Bis zum 31.12.2016 gibt es einen Frühbucher-Rabatt: 15 Euro (nur Turnier), 22 Euro (alles). Bestellung unter 05671-925355 oder dingo@minnesang.com.

PM:
Dr. Lothar Jahn
www.lothar-jahn.de
www.minnesang.com

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