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Harzer Realismus trifft auf indische Mythologie – Rüdiger Glässer liest am Samstag bei Mordsharz aus seinem neuen Harzkrimi „Feuerfalke“

feuerfalke

Am Samstag liest Rüdiger Glässer aus Feuerfalke / Foto: Veranstalter

Bereits vor der Veröffentlichung sorgte Rüdiger A. Glässers neuer Krimi „Feuerfalke“ für Aufregung. Fast zwei Jahre ist es her, dass der in Bad Sachsa lebende Autor, Lehrer und promovierte Klimatologe sein Manuskript an seinen damaligen Verlag schickte (wir berichteten in der damaligen Druckausgabe unter dem Titel „Am Ende setzt sich immer die Lektorin durch“). Dort blieb der Krimi erst einmal liegen, wurde angeblich aus Zeitmangel nicht lektoriert und ein Veröffentlichungstermin immer wieder verschoben. Laut Verlagsleiterin Heike Gerdes war es allerdings Glässer, der sich weigerte sein Manuskript noch einmal grundlegend zu überarbeiten. „Mir war es inhaltlich und sprachlich einfach nicht gut genug“, sagte sie jetzt gegenüber dem Eseltreiber.

Jetzt ist „Feuerfalke“ im Verlag von Helmut Exner erschienen und jeder kann selbst überprüfen, ob das Buch die inzwischen hohen Ansprüche an den Harzkrimi erfüllen kann. Zugegeben, mit über fünfhundert Seiten ist der Krimi recht üppig ausgefallen, doch er hat auch einiges zu bieten. Die Leiche eines Inders wird in der nahezu unbekannten Salamanderhöhle bei Zorge gefunden. Bei ihr stößt der Leiter der Osteroder Mordkommission, Pierre Rexilius, auf einen in Sanskrit verfassten Hinweis auf die Mörder. Während er und sein Team tagsüber den Spuren aus dieser Welt nachgehen, arbeitet sich Rexilius nachts immer tiefer in die indische Mythologie ein, mit deren Geschichten das Mordopfer ihm irgendetwas sagen wollte.

Ein weiterer Mord bringt die Polizei auf die Spur einer internationalen Verbrecherbande, während Rexilius durch die Legende von Garuda auf den Kampf dieses vogelartigen Wesens gegen die Schlangen stößt. Dadurch bringt er sich schließlich selbst in Gefahr und gerät in die Fänge der Täter.

Indische Mythologie im Harzkrimi? Bei Glässer funktioniert das, denn er besinnt sich nicht auf den landschaftlich schönen, traditionellen Harz, sondern auf die Gegenwart, in der Firmen wie Harz Guss in Zorge bei Studenten in Bangalore ein hohes Ansehen genießen und auch der große Anteil chinesischer Studierender an der TU Clausthal für Internationalität sorgt.

Wie gewohnt geht es in seinen Büchern hart und direkt zur Sache, seine Ermittler schickt er auch ins Bordell oder lässt sie mit dem Motorrad vor bewaffneten Verfolgern fliehen. Dazu kommt Glässers detaillierte Erzählweise, die allerdings nicht bremst, sondern Ausdruck einer intensiven Recherche ist und somit für Glaubwürdigkeit und Realismus sorgt. Wenn seine Protagonisten erst einmal im Dunkeln tappen, dann ist das kein erzählerisches Unvermögen, Spannung aufzubauen, sondern gut beschriebener Polizeialltag. Das fällt vor allem auf, wenn die Geschichte in ihrem Verlauf immer mehr Fahrt aufnimmt, in der zweiten Hälfte rasant und das Buch damit zum echten Pageturner wird.

Mag sein, dass Glässer manchen Lesern (und Verlegern) zu Beginn etwas zu ausführlich schreibt, doch damit entwickelt er eine sehr dichte und gut durchdachte Krimihandlung und gewährt Raum, um sich in diese hineinzufinden. Vor allem zum Schluss, in der Auflösung und im Motiv des Falles wird deutlich, wie kraftvoll dieser Roman ist. Er lässt auch nach der letzten Seite nicht sofort los, die Hintergründe und das Bild dieser Facette des Harzes hallen nach und machen nicht zuletzt auch neugierig auf die globalisierte Welt, die vielleicht nur äußerlich anders geworden ist als zu jener Zeit als die alten Mythen entstanden.

Am kommenden Samstag, 17. September, liest Rüdiger A. Glässer ab 18.30 Uhr im Kurhaus Bad Lauterberg im Rahmen des Mordsharz-Festivals. Weitere Informationen zum Festival gibt es unter www.mordsharz-festival.de.

PM:
Christian Dolle
www.mordsharz-festival.de

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