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Das Brusttuch – eines der berühmtesten Häuser von Goslar: Renaissance in Holz

GS Brusttuch

Buch-Cover / Foto: Herausgeber

Renaissance in Holz – Das Brusttuch in Goslar

Goslar. Wer kennt nicht die “Butterhanne” am Brusttuch in Goslar – fast ist sie schon eines der inoffiziellen Wahrzeichen der alten Kaiserstadt geworden….
Und in der Tat ist das „Brusttuch“ eines der interessantesten Häuser in der Altstadt von Goslar. Der wohlhabende Patrizier Magister Johannes Thiling ließ es 1526 errichten. Seine Bildung, seine Geisteshaltung und seinen Reichtum präsentierte er im sowohl derb gewitzten als auch hoch gelehrten Bildprogramm seines Hauses. Darunter auch die “Butterhanne”, die dem Teufel ihr Hinterteil beim Buttermachen präsentiert. Das außergewöhnlich aufwändig beschnitzte Fachwerk über dem steinernen Erdgeschoss ist ein einzigartiges Dokument vom Übergang des Mittelalters in die Neuzeit. Vergleiche lassen sich zum Huneborstelschen Haus in Braunschweig und zu anderen Fachwerkgebäuden in Norddeutschland herstellen. Die Schnitzereien des Brusttuches, aber auch tragende Teile seiner Konstruktion wurden seit 2009 mit Hilfe des Bundesförderprogramms für Welterbestätten saniert.

Die Sanierung war Anlass, die Geschichte des Hauses und seines Erbauers, die Arbeiten zur Restaurierung der Fassaden und das Bildprogramm einem größeren Kreis Interessierter zugänglich zu machen. Der Geschichtsverein Goslar e. V. hatte für das von ihm jüngst herausgegebene Buch „Renaissance in Holz – Das Brusttuch in Goslar“ als Autoren die am Haus tätigen Ingenieure, Restauratoren und Denkmalpfleger gewonnen, die ihre Sanierung der baukonstruktiven Bauteile wie der Renaissanceschnitzereien anschaulich in zahlreichen farbigen Fotografien und Zeichnungen darstellen.

Daneben befassen sich weitere Beiträge damit, wie sich das Gedankengut der Renaissance in den Schnitzereien von Fachwerkhäusern in Norddeutschland niederschlug, mit der Baugeschichte des Brusttuches und der Biografie seines Bauherren Johannes Thiling. Aufschlussreich sind die Beiträge zur Interpretation des Figurenschmucks an Knaggen und Erker und zum astrologisch-alchemistischen Bildprogramm. Auch diese kunstgeschichtlichen Beiträge sind reich bebildert. Mit dem Buch und seiner grafisch ansprechenden Ausstattung gewinnt der Leser einen Einblick in die Vorstellungswelt Magister Thilings und seiner Zeit, aber auch in den Aufwand, ein solches Bauwerk der Nachwelt zu erhalten. Piktogramme ermöglichen, die Schnitzereien vor Ort wiederzufinden.

Verlag für Regionalgeschichte, 21 x 26 cm, 224 Seiten, 24 €, ISBN 978-3-7395-1055-2

PM:
Geschichtsverein Goslar e. V.
Glockengießerstraße 65
38640 Goslar
www.geschichtsvereingoslar.de

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