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Leipziger Robert Schuchardt wird doppelter Sieger beim Falkensteiner Minneturnier

Robert Schuchardt mit Drehleier

Robert Schuchardt mit Drehleier / Foto: Veranstalter

Doppelsieg für Robert Schuchardt – Leipziger Sänger neuer Star der Minnesang-Szene

Mit einem Doppelsieg erwies sich der Leipziger Sänger Robert Schuchardt als regelrechter Durchstarter beim 11. Falkensteiner Minneturnier, das bei bestem Wetter am 9. Juli vor einem aus ganz Deutschland angereisten Publikum auf Burg Falkenstein im Ostharz stattfand. Mit Charme, puristischen Darbietungen und verblüffenden Witz eroberte er das das Publikum genauso wie das Herz der Burgherrin.

Dabei war die Konkurrenz beachtlich: Mit Olaf Casalich (Hamburg), Knud Seckel (Alsbach), Thomas Schallaböck (Salzburg) und Frank Wunderlich (Lützelbach im Odenwald) waren die Urgesteine der Minnesänger-Szene am Start. Sie alle erweckten den “Sang der alten Mauern” zu neuem Leben und stellten mit ihren Liedern Sachsen-Anhalts große historische Bauwerke vor – von der Neuenburg bis zum Magdeburger Dom, von Schloss Havelberg bis hin zur Eckartsburg.

All das half nichts gegen den begeisternden Enthusiasmus des Neulings, der im Frühjahr bei einem Vorabwettbewerb als Sieger hervorgegangen war. Er widmete sich Schloss Gosecks Geschichte mit einem zur Drehleier gesungenen geistlichen Lied aus Aquitanien, der Heimat des Minnesangs. Im zweiten Teil führte er bei Vorstellung des Klosters Michaelstein vor, wie aus einem Minnelied mit wenigen Kunstgriffen ein klösterlicher Sang werden konnte. Diesmal begleitete er sich mit einer Quinterne, unterstützt von zartem Flötenklang.

So historisch genau seine Vortragsweise war, so schalkhaft geriet ihm die Einbettung des Beitrags. Er präsentierte die historischen Ereignisse in der Form lustiger Gedichte, die der schrägen Reimkunst eines Heinz Erhardt in nichts nachstanden. Die Kollegen hatten dafür jeweils ganz eigene Formen gefunden – vom historischen Kurzvortrag über die launige Erzählung bis hin zur szenischen Darstellung: Besonders eindrucksvoll geriet Thomas Schallaböcks Vorstellung des Domes von Halle in der Rolle des düsteren Dominikaners Thomas von Aquin, der die Frauen schmähte.

Der Doppelsieger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit mittelalterlicher Musik, den dazugehörigen Quellen und historischer Aufführungspraxis. Er ist dabei als Musiker in den Ensembles Nimmersêlich und Spellbound zu hören. Seine musikalische Ausbildung begann mit klassischem Gitarrenunterricht, wenig später kamen Drehleier und andere historische Saiteninstrumente wie Quinterne und Moraharpa hinzu. Er vertiefte sein Wissen durch Unterricht bei bekannten Musikern der Szene wie Marc Lewon und Uri Smilanski. Seit 2014 besucht er eine mehrjährige Fortbildung zur Musik des Mittelalters, die sich auch mit dem Thema Minnesang intensiv beschäftigt.

Am Minneturnier waren insgesamt fast 20 Akteure beteiligt, für die musikalische Brillanz sorgten die Spielleute vom Musiktheater Dingo (Kassel) und von der Gruppe Irregang (Jena). Die Rahmenhandlung des Minneturniers schlug den Bezug zur Romantik: Ludwig von der Asseburg (großartig gespielt von Julian Sporleder), der vor 200 Jahren sein Amt als Burgherr antrat, ist entsetzt über den Zustand der Burg. Doch der Dichter Joseph von Eichendorff (Holger Schäfer) versetzt ihn mit Gesang und Poesie in alte Zeiten und öffnet ihm die Augen für die Schönheit und die Möglichkeiten der Burg. Die Brücke von der Romantik ins Mittelalter wurde vom Publikum gerne betreten. Die beiden Welten durchdrangen einander und ergänzten sich ideal.

Dass auch die angebeteten edlen “frouwen” großartig singen können, bewies die Sopranistin Dagmar Jahn, die vom Minnesänger Knud Seckel für ein zauberhaftes Tagelied-Duett aus den Reihen der Spielleute ins Zentrum des Geschehens gebeten wurde. Die Sopranistin aus Hofgeismar gab zwischen den Wettbewerbsdarbietungen weitere Beispiele ihrer Sangeskunst. Dies auch als Vorgeschmack auf das Minneturnier 2017: Dann sollen erstmals ausschließlich Frauen gegeneinander antreten!

PM:
Dr. Lothar Jahn
www.minnesang.com

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