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Mit Eichendorff auf der Suche nach der alten Zeit – 11. Falkensteiner Minneturnier erinnert an Ludwig von der Asseburg

Holger Schaefer und Burg Falkenstein

Holger Schaefer und Burg Falkenstein / Foto: Veranstalter

Vor 200 Jahren übernahm Ludwig von der Asseburg die Burg Falkenstein. Es war das Zeitalter der Romantik: Doch der junge Ludwig fand erst einmal gar nichts romantisches vor, sondern ein altes, verfallenes Gemäuer, heruntergekommen und wesentlich weniger interessant als das von allen geschätzte, in der Nähe mit seiner tatkräftigen Hilfe neu entstandene Schloss Meisdorf. Doch irgend etwas muss Ludwig angetrieben haben, die verfallene Burg wieder zur Pracht und Ansehen zu führen.

Hier setzt beim diesjährigen Minneturnier auf Burg Falkenstein die Fantasie ein: Dr. Lothar Jahn, der künstlerische Leiter der Veranstalter, bringt Joseph von Eichendorff ins Spiel. Mit Gedichten und Liedern öffnet er dem eher nüchternen Ludwig den Blick für die Schönheiten mittelalterlicher Bauwerke und Geschichte. Holger Schäfer, Sieger beim Falkensteiner Minneturnier 2014, übernimmt die Rolle des bekanntesten deutschen Dichters der Romantik. “Ein Bild aus der Romantik, das im Besitz der Burg ist, zeigt zwei Herren im angeregten Gespräch vor der wunderbaren Burgkulisse – dies hat mich zu den Dialogen zwischen Ludwig und Eichendorff inspiriert,” so Jahn.

Im Minneturnier-Drehbuch gelingt es Eichendorff, Ludwig die Augen zu öffnen: So marschieren in bekannter Manier die Sänger mittelalterlicher Lieder auf Burg Falkenstein auf. Sie singen nicht nur, sondern berichten auch von den großartigen Bauwerken in der näheren und ferneren Umgebung.

Frank Wunderlich aus dem Odenwald präsentiert den Magdeburger Dom. Er singt ein geistliches Lied der Begine Mechthild von Magdeburg, einer großen Mystikerin, die Sprachbilder des Minnesangs mit ihrer ganz eigenen erotisch aufgeladenen religiösen Poesie verband. Außerdem stellt er Schloss Bernburg mit einem Winterlied des Herzogs von Anhalt vor.

Knud Seckel aus Alsbach präsentiert die Neuenburg, diesen Prachtbau aus der Zeit der großen Thüringer Landgrafen. Er wird die Burg mit einem Tagelied des von Landgraf Hermann geförderten Dichters Wolfram von Eschenbach vorstellen. Außerdem widmet er sich dem Dom zu Halberstadt und seinem Domschatz mit einem Kreuzfahrerlied des Sängers Otto von Botenlauben.

Thomas Schallaböck aus Salzburg präsentiert den Dom zu Halle – mit Worten des Dominikaners Thomas von Aquin und einem Lied der fahrenden Scholaren. Außerdem widmet er sich der Eckartsburg mit dem Angerlied des Sängers Kristan von Hamle. Olaf Casalich stellt den Dom zu Havelberg vor, den alten Bischofssitz mit Verbindungen zu den Brandenburger Herren. Darunter auch Otto von Brandenburg, der Minnesänger, der von einem Pfeil im Kopf getroffen wurde und damit ein Jahr lang herumlief. Er singt ein Winterlied von “Otto mit dem Pfeile”, außerdem interpretiert er die Merseburger Zaubersprüche.

Robert Schuchardt aus Leipzig, erstmals auf dem Falkenstein dabei als Sieger eines Vorab-Wettbewerbes, präsentiert Schloss Goseck. Mit dem geistlichen Gesang “Uterus hodie” erinnert Robert Schuchardt ans klösterliche Leben auf Goseck. Dann stellt er das Kloster Michaelstein mit dem geistlichen Tagelied “Ich siech den Morgensterne” vor.

Der Vorjahressieger Hans Hegner widmet sich der Konradsburg, wo das Minneturnier 2015 zu Ehren des Tannhäuser stattfand. Er wird dazu ein Tannhäuser-Lied singen. Und alle Sänger gemeinsam preisen die Gastgeber-Burg Falkenstein mit einer Vertonung von Eike von Repgows gereimter Vorrede des Sachsenspiegel.

Neben dem Hauptpreis der Burgherrin wird auch ein Publikumssieger bestimmt. Veranstalter ist der Verein “Dingo Musik und Theater e.V.”, er wird unterstützt durch die Stiftung “Dome und Schlösser in Sachsen Anhalt”. Das Minneturnier ist eingebettet in ein Rahmenprogramm.


11. Falkensteiner Minneturnier “Der Sang der alten Mauern – Von Burgen und Klöstern, Domen und Schlössern in Sachsen-Anhalt”. Sa 9.7.2016, 19.30 Uhr.

Vorprogramm: “Ach, wie romantisch” – Vortrag von Joachim Schymalla über Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt mit Musikbegleitung von Holger Schäfer, Sieger des Minneturniers 2014, Sa 9.7.2016, 16 Uhr Burg Falkenstein

Sonntagsmatinée auf der Konradsburg: “Spruchgesang und Sachsenspiegel”, 11 Uhr, mit Hans Hegner, Sieger des Minneturniers 2013, und Dr. Lothar Jahn

Die Abendtickets kosten 18 Euro, das Kombiticket für alle drei Veranstaltungen kostet 25 Euro. Tickets sind erhältlich an der Pforte der Burg Falkenstein, sie können auch telefonisch bestellt werden unter 05671-925355 oder online unter www.minnesang.com.


PM:
Dr. Lothar Jahn
www.minnesang.com

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