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Jährliche Überprüfung der Beschäftigungspflicht schwerbehinderter Menschen wieder angelaufen

statistik schwerbehinderte sachsen-anhalt 2012

Anteil beschäftiger Schwerbehinderter in Unternehmen in Sachsen-Anhalt / Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Jährliche Überprüfung der Beschäftigungspflicht schwerbehinderter Menschen wieder angelaufen
Arbeitsagentur versendet derzeit Unterlagen an alle Unternehmen und Behörden − Meldefrist für Unternehmen läuft noch bis zum 31. März

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) versendet Unterlagen zur Überprüfung der Beschäftigungspflicht. Anzeigepflicht auch für beschäftigungspflichtige Arbeitgeber, die keine Unterlagen erhalten haben. Die Meldung ist ebenfalls elektronisch möglich.

Die Halberstädter Arbeitsagentur erinnert alle Arbeitgeber des Landkreises Harz an die jährliche Anzeigepflicht im Rahmen der Ausgleichsabgabe. Private und öffentliche Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen (beschäftigungspflichtige Arbeitgeber), sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die dieser Vorgabe nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der tatsächlichen Beschäftigungsquote.

Jährliche Überprüfung der Quote angelaufen

Zur Überwachung der Beschäftigungspflicht im Kalenderjahr 2015 müssen die beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber des Landkreises Harz bis spätestens 31. März 2016 der Agentur für Arbeit Halberstadt ihre Beschäftigungsdaten anzeigen.

Arbeitgeber, die nach Erkenntnis der BA beschäftigungspflichtig sind, erhalten hierfür derzeit das Bearbeitungsprogramm REHADAT-Elan (incl. Informationen zur Installation und zur Anwendung des Programms) auf CD-ROM. Die Software ermöglicht die direkte Meldung der Anzeige in elektronischer Form an die Arbeitsagentur. Alternativ steht das Programm auch kostenfrei unter www.REHADAT-Elan.de zum Download bereit. Weiterhin finden dort Arbeitgeber die Möglichkeit, die Anzeigevordrucke zu bestellen.

Auch beschäftigungspflichtige Arbeitgeber, die bislang keine Unterlagen erhalten haben, weil deren Mitarbeiterzahl beispielsweise erst im vergangenen Jahr über 20 gestiegen ist, sind anzeigepflichtig. Sie werden gebeten, die Anzeigeunterlagen über den Bestellservice der Bundesagentur für Arbeit unter http://www.REHADAT-Elan.de anzufordern.

Zu weiteren Fragen und Informationen rund um das Anzeigeverfahren und die Beschäftigungspflicht schwerbehinderter Arbeitnehmer können sich Arbeitgeber unter 0800 4 5555 00 gebührenfrei an die Agentur für Arbeit wenden.

Beschäftigungsquote wird im Landkreis Harz leider noch nicht erfüllt.

„Erfreulicherweise engagieren sich bereits viele Unternehmen im Landkreis Harz bei der Integration behinderter Menschen und derzeit gibt es immer mehr gute Chancen für Frauen und Männer mit Handicap. Dennoch müssen wir uns alle noch mehr für die Inklusion in unserer Gesellschaft stark machen. Zukünftig muss es uns noch besser gelingen, behinderte Menschen auf dem lokalen Arbeitsmarkt zu integrieren. Entscheidend dafür ist ein Bewusstseinswandel. Oftmals verhindern leider noch Barrieren und Vorurteile in den Köpfen der Unternehmen eine Beschäftigung von Menschen mit einem Handicap. Dabei könnten Menschen mit Behinderung helfen, den erhöhten Fachkräftebedarf der Region, insbesondere im Handwerk und der Gastronomie zu decken, gerade im Hinblick auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung“, stellt Heike Schittko, Chefin der Halberstädter Arbeitsagentur fest.

„Manchmal kann sich das Leben von einer Minute zur anderen grundlegend ändern. Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern vielmehr ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. Und behindert heißt nicht automatisch leistungsgemindert. Wo es nicht ohne spezielle Unterstützung geht, gibt es fachliche Hilfen und Fördermittel, über die wir aufklären. Unser Ziel muss es sein, jeden gleichberechtigt am Arbeitsleben teilhaben zu lassen, damit er ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Das bedeutet auch, nicht die Menschen mit Behinderung passen sich an ihr Umfeld an, sondern wir alle organisieren den Alltag und damit auch die Arbeit so, dass diese Männer und Frauen selbstverständlich mittendrin und dabei sind. Jeder Mensch versucht, sein Leben in die Hand zu nehmen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Das gilt für behinderte Menschen genauso wie für Nichtbehinderte“ so Schittko abschließend.

Laut der aktuellen Auswertung von 2014 ist Sachsen-Anhalt bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bundesweites Schlusslicht. Die Beschäftigungsquote von Schwerbehinderten liegt im Landesdurchschnitt bei 3,8 Prozent. Bundesweit und in Ostdeutschland liegt die Quote bei 4,6 Prozent. Bei öffentlichen Arbeitgebern ist die Quote im Land mit 5,6 Prozent höher als bei privaten Unternehmen mit 3,1 Prozent. Der Landkreis Harz befindet sich mit 3,7 Prozent noch unter dem Landesdurchschnitt von Sachsen-Anhalt.

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
Schwanebecker Str. 14
38820 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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