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Arbeitsagentur wirbt für Inklusion

Arbeitsmarktsituation für Schwerbehinderte weiterhin schwierig
Die Jobchancen für schwerbehinderte Arbeits- und Ausbildungssuchende verbesserten sich im Landkreis Harz trotz eines guten Arbeitsmarkts in den letzten Jahren nur wenig, obwohl deren Beschäftigung Vorteile bietet. Oftmals verhindern noch Barrieren und Vorurteile in den Köpfen der Unternehmen eine Beschäftigung, dabei könnten Menschen mit Handicap helfen, den Fachkräftebedarf der Region, insbesondere im Handwerk und der Gastronomie zu decken. Deshalb engagiert sich die Arbeitsagentur mit ihren Partnern für Ausbildungs- und Jobchancen von Menschen mit Handicap.

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit und steigender Beschäftigung werden Menschen mit Behinderung weiterhin oftmals noch benachteiligt − viele Unternehmen zahlen lieber die Ausgleichsabgabe
Die Zahl der Beschäftigten mit Schwerbehinderung ist im Landkreis Harz in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Über 1.560 Schwerbehinderte hatten im Jahr 2013 einen Job, das waren rund 11 Prozent mehr als im Jahr 2009. „Dieses Wachstum hat aber auch mit der demografischen Entwicklung zu tun. Die Erwerbsbevölkerung altert und bei Älteren steigt auch immer die Zahl der Behinderungen aufgrund von Krankheiten und Unfällen“, weiß Heike Schittko, Vorsitzende der Geschäftsführung der Halberstädter Arbeitsagentur. Je ein Viertel der schwerbehinderten Beschäftigten arbeitet in der öffentlichen Verwaltung oder war im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe tätig. Leider waren 2013 aber immer noch über 500 Pflichtarbeitsplätze nicht mit Schwerbehinderten besetzt, so dass die Arbeitgeber hierfür eine Ausgleichsabgabe zahlten. Bei der Beschäftigungsquote von Schwerbehinderten trägt Sachsen-Anhalt (3,8 Prozent) bundesweit die „rote Laterne“. Bundesweit und in Ostdeutschland liegt die Quote bei 4,6 Prozent. Im Landkreis Harz lag der Anteil der Unternehmen mit mehr als 20 Arbeitnehmern, die schwer behinderte Menschen beschäftigen, mit 3,7 Prozent deutlich unter der gesetzlichen Mindestquote von fünf Prozent.

Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen mit Handicap an unserer Gesellschaft und Arbeitswelt
Manchmal kann sich das Leben von einer Minute zur anderen grundlegend ändern. Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern vielmehr ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. „Als moderne und soziale Gesellschaft muss es unser Ziel sein, jeden gleichberechtigt am Arbeitsleben teilhaben zu lassen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Das bedeutet auch, nicht die Menschen mit Behinderung passen sich an ihr Umfeld an, sondern wir alle organisieren den Alltag und damit auch die Arbeit so, dass diese Männer und Frauen selbstverständlich mittendrin und dabei sind. Jeder Mensch versucht, sein Leben in die Hand zu nehmen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Das gilt für behinderte Menschen genauso wie für Nichtbehinderte“, gibt Schittko zu bedenken.
Aufgrund der demografischen Entwicklung können es sich Unternehmen heutzutage nicht mehr leisten, das in der Region vorhandene Potential an Arbeits- und Nachwuchskräften ungenutzt zu lassen. Vielmehr sollten alle Arbeits- und Ausbildungssuchenden bei Personalentscheidungen mit in Betracht gezogen werden, um den Fachkräftebedarf künftig decken zu können. Dies betrifft besonders das Handwerk und die Gastronomie, die bereits heute schon akute Nachwuchssorgen und Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung haben. Hierbei gibt es vielfältige Unterstützungsangebote der Arbeitsagentur und anderer Partner.

Betriebliche Ausbildung und 1. Arbeitsmarkt − Integrationsziele Nummer eins
„Menschen mit Handicap gehören, sofern möglich, in eine betriebliche Ausbildung und danach in reguläre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Unser Ziel heißt Inklusion und die muss schon mit der Ausbildung anfangen. Dies müssen wir noch stärker in die Öffentlichkeit bringen“, betonte Schittko. So können Jugendliche mit einer Behinderung beispielsweise im Rahmen einer drei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit ihre theoriereduzierten Berufsabschlüsse erwerben. Mit der Abschlussbezeichnung Fachpraktiker/in wurde der sprachliche Bezug zu den anerkannten Ausbildungsberufen hergestellt und die überholten Begriffe Helfer/-in und Werker/-in sollen laut der Kammern zukünftig schrittweise abgelöst werden.

Erläuterungen zur Aktionswoche:
Der 3. Dezember wurde von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ erklärt. Die Arbeitsagenturen unterstützen im Rahmen der „Woche der Menschen mit Behinderung“ den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
38817 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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