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Kolloquium am 12. November 2015 in Drübeck mit den Themen Waldforschungsflächen und Webspinnen des Nationalparks Harz

Araniella opisthographa

Araniella opisthographa / Foto von Hans-Bert Schikora

Wernigerode. Zu Ehren des 65. Geburtstages von Dr. Hans-Ulrich Kison, dem stellvertretenden Leiter des Nationalparks Harz und Leiter des Fachbereichs Naturschutz, Forschung, Dokumentation, lädt der Nationalpark ein zu dem Kolloquium „Forschung im Nationalpark Harz“ am 12. 11. 2015 um 13 Uhr im Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck.

Die Vorträge des Kolloquiums beschäftigen sich mit dem Schwerpunktthema „Waldforschungsflächen als zentraler Baustein der Forschung im Nationalpark Harz“. Außerdem wird der Band 13 aus der Schriftenreihe des Nationalparks „Die Webspinnen des Nationalparks Harz“ vorgestellt.

Nationalparke bieten die Möglichkeit, die natürliche Entwicklung der Lebensräume langfristig im Gebiet zu beobachten und zu dokumentieren. Zentraler Baustein dafür sind im Nationalpark Harz vier Waldforschungsflächen (WFF), die unterschiedliche Waldlebensräume repräsentieren. Sie umfassen sowohl naturnahe Wälder – Bodensaurer Buchenwald (WFF Mittelberg bei Lonau), Hochlagen-Fichtenwälder (WFF Bruchberg, Brockenosthang) – als auch Waldbereiche, in denen zuvor Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt wurden bzw. aktuell noch werden (WFF Eckertal-Meineckenberg). Auf diesen Flächen werden im regelmäßigen Turnus von zehn Jahren Untersuchungen nach gleicher Methodik durchgeführt. Erfasst werden u.a. Vegetation, Waldzusammensetzung und -struktur, Flechten, Pilze aber auch die Fauna, insbesondere die Wirbellosen mit dem Schwerpunkt Käfer und Spinnen, wozu verschiedene Fallen- und Fangmethoden eingesetzt werden. Ziel ist es, möglichst umfassend die floristische und faunistische Entwicklung im Zusammenhang mit der Waldentwicklung auf diesen Flächen zu dokumentieren und ökologische Zusammenhänge zu analysieren.

Die Konzeption der langfristigen Beobachtungen mittels der Waldforschungsflächen geht auf Dr. Hans-Ulrich Kison zurück, anlässlich dessen 65. Geburtstages Methodik und bisherige Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt werden.

Gleichzeitig freuen wir uns, Ihnen den 13. Band unserer Schriftenreihe „Die Webspinnen des Nationalparks Harz“ von Dr. Hans-Bert Schikora vorstellen zu können. Als überaus erfolgreiche Jäger und Fallensteller spielen Spinnen eine wichtige Rolle im Ökosystem und haben durch teils sehr spezifische Lebensraumansprüche auch einen hohen Indikatorwert für die Abschätzung des Erhaltungszustands und die Entwicklung ihrer Lebensräume. Deshalb wurde dieser Tiergruppe seit Nationalparkausweisung besondere Beachtung geschenkt. Im Teil Sachsen-Anhalt hatte sich Dr. Peter Sacher als Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung bereits über viele Jahre hinweg der Erforschung der Spinnenfauna gewidmet. Dr. Hans-Bert Schikora hat nunmehr die Webspinnenfauna insbesondere der Moore, der Blockhalden sowie ausgewählter Waldstandorte einschließlich der Waldforschungsflächen für die gesamte Fläche erfasst, so dass der Nationalpark Harz heute wohl zu den arachnologisch am besten untersuchten Schutzgebieten Deutschlands zählt. Insgesamt wurden bisher 420 Webspinnenarten nachgewiesen, die im aktuellen Band der Schriftenreihe beschrieben und durch hervorragende Fotos abgebildet werden.

PM:
Nationalpark Harz
www.nationalpark-harz.de

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