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Aktuelle Pendlerstatistik: Jeder vierte aus dem Harzkreis arbeitet auswärts – Goslar weiterhin am beliebtesten

pendler landkreis harz 2014

TOP-10 der Ein- und Auspendlerregionen nach Kreisen (2014 /2013) / Quelle: Agentur für Arbeit Halberstadt

Jeder vierte aus dem Harzkreis arbeitet auswärts – Goslar weiterhin am beliebtesten
22.127 „Frühaufsteher“ arbeiten in anderen Kreisen, das sind fast dreimal so viele Aus- wie Einpendler

Die aktuellen Pendlerstatistik der Bundesagentur für Arbeit für den Agenturbezirk zeigt: Die Zahl der Menschen, die ihre Heimatregion verlassen und überwiegend in einem der angrenzenden Landkreise arbeiten, sank gegenüber dem Vorjahr um 347 auf 22.127 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Weiterhin verlässt fast jeder vierte im Harzkreis wohnende Beschäftigte den Harzkreis für seinen Job. Der Trend geht dabei immer mehr zum Tagespendeln. Immer weniger Menschen fahren in entferntere Bundesländer zu Arbeit. Gleichzeitig kommen erfreulicherweise mit 8.048 Menschen 77 mehr aus anderen Regionen für einen Job in den Harz als noch vor einem Jahr. Dennoch bleibt das Pendlerminus mit über 14.100 Personen eines der höchsten in ganz Sachsen-Anhalt. Absolutes Zugpferd unter den Regionen ist bei den Auspendlern weiterhin Goslar. Die meisten Einpendler kommen aus dem Salzlandkreis.

Pendlerquote blieb stabil − geringfügig weniger Aus- und mehr Einpendler

Fast jeder vierte Beschäftigte verlässt den Landkreis Harz, um seiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Insgesamt wohnen im Landkreis Harz 83.153 Menschen, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Davon fahren täglich oder wöchentlich 22.127 Menschen in andere Kreise oder Städte zur Arbeit.

Auf der anderen Seite pendelt gerade mal nur jeder neunte Arbeitnehmer, der hier im Landkreis tätig ist, zur Arbeit aus einem anderen Landkreis in den Harzkreis ein. Insgesamt stehen im Landkreis Harz 71.091 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zur Verfügung und 8.048 Menschen kommen in die Region, um hier ihrem Job nachzugehen.

„Aufgrund des Strukturwandels sind die Menschen in unserem Landkreis schon immer sehr mobil und nehmen zum Teil weite Wege zur Arbeit in Kauf, wenn es um das Thema Beschäftigung geht. In der Vergangenheit war dies für viele oftmals die einzige Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu finden. Zwischenzeitlich hat sich die Situation auf dem hiesigen Arbeitsmarkt aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre verändert. Zwar bieten viele Unternehmen vor Ort attraktive Jobs und suchen dafür qualifizierte Fachkräfte. Aber dennoch verlassen weiterhin viele Arbeitskräfte den Harzkreis. Gründe dafür sind die gute Infrastruktur und Lage unseres Landkreises sowie die Verdienstmöglichkeiten, die den Menschen zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten über unsere Kreisgrenzen hinweg bieten. Mittlerweile sind es fast dreimal so viele Auspendler, wie gleichzeitig Arbeitnehmer aus anderen Regionen zu uns kommen, um hier zu arbeiten“, so das Fazit von Heike Schittko, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Halberstadt, zu den aktuellen Pendlerzahlen für den Landkreis Harz.

Fast jeder zweite Pendler arbeitet in Niedersachsen − „Hotspot“ bleibt Goslar

Das TOP-Ziel für die Pendler aus dem Landkreis Harz bleibt weiterhin die Region Goslar. Das zeigt das aktuelle Pendlerranking der Halberstädter Arbeitsagentur. Dort arbeiten mit 3.830 Personen die meisten Auspendler. Aber: Die Anziehungskraft lässt nach. Ein Jahr zuvor waren es noch 119 Auspendler mehr. Auf Länderebene steht das Land Niedersachen mit 10.843 Pendlern und einem Anteil von knapp 50 Prozent weiterhin an erster Stelle der häufigsten Pendelziele. Danach folgt Sachsen-Anhalt. Hierhin pendeln 7.134 Harzer (32 Prozent aller Pendler), um zu arbeiten. Spitzenreiter der Auspendlerziele in Sachsen-Anhalt bleibt weiterhin der Salzlandkreis mit 2.583 Personen.

Die meisten Einpendler kommen ebenfalls aus den angrenzenden Regionen, vorwiegend aus Sachsen-Anhalt. An erster Stelle steht dabei der Salzlandkreis mit 1.863 Personen, gefolgt von der Börde mit 1.064 Personen und dem Landkreis Mansfeld-Südharz mit 970 Personen. Aber auch aus dem angrenzenden Niedersachsen, wie z. B. dem Landkreis Goslar mit 764 Personen, kommen Menschen in den Landkreis Harz, um hier ihrer Beschäftigung nachzugehen. Insgesamt arbeiten 8.048 Einpendler (77 mehr als im Vorjahr) im Harzkreis.

Die Pendlerströme zeigen eindrucksvoll, wie eng die wirtschaftliche Verflechtung des Landkreises Harz mit den angrenzenden Regionen ist. So bewegen sich rund 30.000 Menschen aus bzw. in den Landkreis Harz, um ihren Beruf auszuüben. „Zwar verlassen immer noch mehr Menschen unseren Landkreis als einpendeln, um einer Beschäftigung nachzugehen, doch insgesamt hat der Wirtschaftsstandort an Attraktivität zugenommen. Die Bemühungen der Wirtschaft tragen langsam Früchte. Hierzu zähle ich die Schaffung von stabilen und attraktiven Arbeitsplätzen sowie die Gewinnung von Fachkräften über weiche Faktoren wie Kinderbetreuung und Wohnraum. Natürlich sind es zahlenmäßig nur kleine Schritte, aber die Richtung ist entscheidend und die ist positiv. Für die meisten Pendler ist das Lohnniveau der entscheidende Faktor. Dieses liegt außerhalb in den meisten Branchen im Schnitt noch deutlich über dem hier vor Ort. Gerade die Behörden der Landeshauptstadt und die größeren Firmen der Konzerne bieten dabei gute Verdienstmöglichkeiten und Beschäftigungschancen. Dies sichert zwar eine hohe Beschäftigungsquote der hier Wohnenden und außerhalb Arbeitenden und unserer Region eine relativ hohe Kaufkraft, aber diese Arbeitnehmer stehen der heimischen Wirtschaft als Fachkräfte nicht mehr zur Verfügung. Deshalb müssen sich die Unternehmen zukünftig noch deutlich mehr anstrengen, um gegenüber den Nachbarregionen wettbewerbsfähig zu bleiben“, gibt die Agenturchefin zu bedenken.

Erläuterungen zu den Begriffen Ein- und Auspendler, Pendlersaldo
Einpendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Arbeitsort – also in Landkreis Harz – wohnen aber hier beschäftigt sind. Auspendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht im Landkreis Harz arbeiten, hier aber leben. Die Differenz aus Einpendlern zu Auspendlern ergibt das Pendlersaldo. Werden die Ein- und Auspendler für den Landkreis Harz im Juni 2014 aufgerechnet, ergibt sich ein negativer Pendlersaldo von aktuell 14.079.

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
38817 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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