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Bewerbermangel am Ausbildungsmarkt – Arbeitsagentur appelliert an Firmen, neue Wege zu gehen

Die ersten aktuellen Daten zum Ausbildungsstellenmarkt liegen mittlerweile vor. Die Entwicklung der Vorjahre setzt sich in 2015 fort: Gute Zeiten für die Mehrzahl der Bewerber, aber schlechte Zeiten für immer mehr Arbeitgeber.

Die Bewerber werden zunehmend knapper, so dass in den kommenden Jahren die freien Ausbildungsplätze nur noch zu einem Teil mit jugendlichen Bewerbern durch die Berufsberatung besetzt werden können. Trotz eines leichten Anstiegs bei den Schülerzahlen werden auch in diesem Jahr wieder viele Unternehmen aus dem Landkreis Harz nicht alle ihre freien Ausbildungsplätze besetzen können. Auf der anderen Seite gibt es jedoch etliche Menschen zwischen 25 und 35 Jahren, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, aber auf eine berufliche Perspektive hoffen. Deshalb appelliert die Agenturchefin Heike Schittko an alle Unternehmen, jedem Bewerber, auch wenn er vielleicht auf den ersten oder zweiten Blick erstmal nicht hundertprozentig passend erscheint, eine Chance zu geben. In dem Zusammenhang empfiehlt sie den Unternehmen, aber auch den Bewerbern, auf betriebliche Praktika zu setzen, um so die Eignung und Motivation abklären zu können. Dies verhindert einerseits vorzeitige Ausbildungsabbrüche und es könnten mehr Stellen besetzt werden bzw. mehr Jugendliche würden eine Zukunftsperspektive im Landkreis Harz erhalten.

Daneben informiert der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur interessierte Unternehmen gern auch über die Wege zur Ausbildung von ausländischen Azubis im eigenen Unternehmen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Altersabgänge in Rente und dem fehlenden Nachwuchs beschäftigen sich immer mehr heimische Unternehmer stärker mit dieser Ausbildungsoption, um so die dringend benötigten Fachkräfte zu bekommen. Bereits im vergangenen Jahr begannen 20 Jugendliche in zehn Unternehmen im Landkreis Harz mit einer Ausbildung. Die ersten Erfahrungen sind nach einigen Startschwierigkeiten durchaus positiv, auch wenn leider einige die Ausbildung vorzeitig beendeten.

Relativ konstante Bewerberzahl im Landkreis Harz

Die Entscheidung für einen Beruf, der wirklich zu den eigenen Talenten und Neigungen passt, ist für viele Jugendliche immer noch eine schwierige Angelegenheit. Im aktuellen Ausbildungsjahr haben sich bislang etwas mehr als 1.000 junge Menschen bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur als Bewerber für einen Ausbildungsplatz in diesem Jahr gemeldet. Das sind fast genauso viele Bewerber wie im Vorjahr. „Wir erwarten noch weitere Anmeldungen von Ausbildungssuchenden, die es bislang auf eigene Faust versucht haben und sich bisher noch nicht in der Berufsberatung gemeldet haben. Aber keiner sollte sich nur auf einen vermeintlichen Traumberuf versteifen, sondern flexibel sein und sich rechtzeitig an den Angeboten in der Region orientieren. Unsere Berufsberater besprechen individuelle Interessen und Fähigkeiten und unterstützen bei Fragen zu Karrieremöglichkeiten und Ausbildungsmarktperspektiven. Um möglichst alle Jugendlichen bei der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche unterstützen zu können, werben wir aktiv für unsere tollen Informations-, Beratungs- und Vermittlungsangebote und unsere Berufsberater gehen zielgerichtet auf junge Menschen zu“ so Heike Schittko, Chefin der Halberstädter Arbeitsagentur.

Zahl der Berufsausbildungsstellen steigt weiterhin an

Erfreulicherweise ist die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen angestiegen. Aktuell sind knapp 1.000 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, rund zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Dennoch wird es leider kaum gelingen, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Das hängt auch damit zusammen, dass sich einige Bewerber noch für eine weiterführende Schule oder einen Studienplatz entscheiden. Zudem stimmen die Interessen etlicher Bewerber nicht mit den vorhanden Ausbildungsplatzangeboten oder -anforderungen überein. „Dennoch haben Berufswähler gegenwärtig sehr viele guten Chancen vor Ort, doch es kommt darauf an, einerseits die richtige Ausbildungsstelle bei der passenden Firma zu finden und andererseits den Anforderungen der Arbeitgeber gerecht zu werden“, erläutert die Agenturchefin.

Spätstarter zur Fachkräftedeckung

Darüber hinaus geht die Arbeitsagentur aber auch noch weitere Wege. Weil manche Ausbildungsplätze wegen fehlender Bewerber frei bleiben, werden seit knapp zwei Jahren verstärkt junge Menschen bis 35 Jahre ohne Ausbildung in den Blick genommen und mit der Initiative „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ bei der Qualifizierung unterstützt. „Noch vor ein paar Jahren stand diese Generation unter einem starken Konkurrenzdruck. Heute fehlen uns diese als Fachkräfte“ begründet Heike Schittko das Engagement der Arbeitsagentur. Ziel ist eine abschlussorientierte schulische oder berufliche Bildung. „Wir gewinnen damit doppelt. So helfen wir den Unternehmen, geben aber auch bislang benachteiligten jüngeren Menschen eine Perspektive für eine berufliche Zukunft im Landkreis Harz“ so Schittko.

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
38817 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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