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Berufliche Bildung zur Fachkräftesicherung auch im kommenden Jahr ein wichtiges Ziel

bt-konferenz 2014

Monika Wilke (stehend) begrüßt gemeinsam mit Heike Schittko (rechts) und Dirk Heinemann (links) die regionalen Bildungsträger in Halberstadt / Foto: Agentur für Arbeit

Arbeitsagentur und Jobcenter stellten ihre Qualifizierungsschwerpunkte 2015 auf gemeinsamer Bildungsträgerkonferenz vor

Halberstadt: Über 30 regionale Bildungsträger nutzten Anfang Dezember die Gelegenheit, sich über die Fortbildungs- und Umschulungsergebnisse des Jahres 2014 sowie die Schwerpunkte der Bildungsförderung im kommenden Jahr auf der mittlerweile vierten gemeinsamen Bildungsträgerkonferenz der Arbeitsagentur und des Jobcenters (KoBa) zu informieren.

Agenturchefin Heike Schittko gab einen kurzen Überblick zur aktuellen Arbeitsmarktsituation und Prognose für das kommende Jahr und informierte über die geschäftspolitischen Schwerpunkte der Arbeitsagentur im Jahr 2015. Anschließend stellten Monika Wilke, KoBa-Fachbereichsleiterin Arbeitsmarktpolitik und Dirk Heinemann, Koordinator der Arbeitsagentur für Qualifizierungsangebote, die aktuellen Ergebnisse vor und informierten über die Bildungszielplanungen beider Häuser für das kommende Jahr.

„In den kommenden Jahren werden sich die demografischen Effekte noch deutlicher auf den Fachkräftebedarf der heimischen Unternehmen auswirken. Immer mehr Arbeitnehmer scheiden altersbedingt aus. Gleichzeitig kommen nur wenig junge Leute auf unseren Arbeitsmarkt. Im nächsten Jahr werden wir sogar erstmals mehr Abgänge in Altersrente als Schulabgänger haben. Als wichtigster Arbeitsmarktdienstleister ist es deshalb unsere Aufgabe, den Kundenbestand an Arbeitsuchenden zu qualifizieren und fit zu machen, um so die Lücken in den Unternehmen bestmöglich schließen zu können. Daher investieren wir auch 2015 wieder stark in die berufliche Bildung und orientieren uns weiterhin ausschließlich am Bedarf der regionalen Wirtschaft. Mehr noch als dieses Jahr, werden wir ein besonderes Augenmerk auf eine passgenaue, individuelle und auf den Arbeitsmarkt zugeschnittene Förderung von über 50 Jährigen und Älteren sowie Langzeitarbeitslosen legen. So wollen wir einerseits dem Bedarf an qualifizierten Fachkräften gerecht werden und gleichzeitig die Beschäftigungschancen dieser Kunden, die mehr als die Hälfte unseres Arbeitslosenbestandes ausmachen, erhöhen. Damit Arbeitsuchende schneller in Beschäftigung vermittelt, Arbeitgebern qualifizierte Arbeitskräfte vorgeschlagen oder Beschäftigte der Unternehmen zu Fachkräften ausgebildet werden können, sind wir auf Ihre Qualifizierungsangebote und Ihre Unterstützung angewiesen“, informierte Heike Schittko die Vertreter der anwesenden regionalen Bildungsunternehmen und örtlichen Berufsschulen über die Planungen für das kommende Jahr.

Auch in diesem Jahr wurden die Arbeitsagentur und das kommunale Jobcenter wieder aktiv von den regionalen Bildungsträgern des Agenturbezirkes mit verschiedensten Angeboten der beruflichen Qualifizierung unterstützt. „Insgesamt konnten fast 750 Bildungsgutscheine für Qualifizierungsmaßnahmen von Kunden und über Sonderprogramme für Beschäftigte ausgeben. Das waren knapp 50 mehr als ursprünglich eingeplant. Insgesamt investierten wir so mehr als 4,2 Mio. Euro in Bildung“, berichtete Heinemann. Die Schwerpunkte lagen dabei in den Bereichen Metall und Elektro sowie in der Pflege. Neben der Aus- und Fortbildung von Arbeitslosen wurde über Sonderprogramme verstärkt die berufsbegleitende Qualifizierung von ungelernten und älteren beschäftigten Arbeitnehmern gefördert, um drohende Arbeitslosigkeit zu verhindern bzw. deren Vermittlungschancen zu verbessern. Besonders erfreulich ist, dass von den Absolventen aus beruflichen Weiterbildungen erneut fast dreiviertel aller Teilnehmern in Arbeit vermittelt wurden.

Monika Wilke von der KoBa wies darauf hin, dass aufgrund der verfestigten Langzeitarbeitslosigkeit von aktuell 75 Prozent, neben der Vermittlung vor allem die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und die Förderung abschlussorientierter Weiterbildung im Vordergrund stehen. „Das Nachholen von Hauptschulabschluss oder Berufsausbildung stärkt die Chancen auf existenzsichernde Arbeit. Da häufig familiäre oder persönliche Hindernisse die erfolgreiche Arbeitssuche erschweren, unterstützen wir diese Menschen mit vielen ganzheitlichen Angeboten. Mit unserer Unterstützung konnten gut 600 Personen eine berufliche Weiterbildung in diesem Jahr beginnen. 40 davon starteten den nachträglichen Erwerb ihres Hauptschulabschlusses, etwa 50 absolvierten Fortbildungen im Berufsbereich der Pflege und rund 70 wurden in verschiedene Berufe umgeschult.“

Zum Abschluss folgte ein detaillierter Ausblick auf die Bildungs- sowie inhaltlichen Schwerpunkte für das kommende Jahr. Trotz eines immer älteren Kundenbestandes plant die Arbeitsagentur auch im kommenden Jahr die Eintrittszahlen aus 2014 halten. Für die Zielgruppe 50 Plus müssen die vorhandenen Angebote jedoch teilweise angepasst werden, in dem z. B. auch Selbstlernmodule oder virtuelle Schulungen angeboten werden. Hierbei ist die Qualität der Bildungsmaßnahmen ein wesentliches Kriterium. So kommt es nicht nur darauf an, den Bewerbern berufliche Kenntnisse zu vermitteln, sondern am Ende des Tages zählt der Erfolg: der Einstieg in Beschäftigung und die Fachkräftesicherung. Insgesamt sind hierfür bei der Arbeitsagentur etwa 660 Bildungsgutscheine und knapp 4,7 Mio. Euro eingeplant. Bei den Umschulungen mit anerkanntem Berufsabschluss stehen die betrieblichen Einzelumschulungen deutlich im Fokus. Schwerpunkte hierfür bilden dabei die Berufe, wo Ausbildungsplätze nicht mit Jugendlichen besetzt werden können. Förderschwerpunkte hierbei sind die Gesundheits- und Pflegeberufe, die Metall verarbeitenden und Elektroberufe, Berufskraftfahrer sowie die Berufe aus der Hotellerie und Gastronomie. Die KoBa sieht ihre Schwerpunkte bei der Bildungszielplanung für 2015 weiterhin in der Nachholung des Hauptschulabschlusses, im Pflegebereich und in den gewerblich-technischen Berufen, um den Menschen so ein angemessenes Erwerbseinkommen und ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.

Die Veranstaltung fand in einer offenen und sachlichen Atmosphäre statt. So gab es noch einen Erfahrungsaustausch zu den Themen: „Wie können wir unsere Zusammenarbeit weiter entwickeln?“ und „Wie verbessern wir das Absolventenmanagement, um die Integrationen nach Bildungsmaßnahmen noch schneller und besser hinzubekommen?“ Nach knapp zwei Stunden gingen die Vertreter der Bildungsunternehmen mit einem erheblichen Informationszuwachs nach Hause. Auf Wunsch aller Beteiligten wird diese Veranstaltung auch zukünftig gemeinsam von Arbeitsagentur und Jobcenter durchgeführt werden.

Übrigens: Im Jahr 2014 förderte die Agentur für Arbeit Halberstadt von den insgesamt 737 Qualifizierungen 142 Umschulungen und trug somit wesentlich zur Fachkräfte(nachwuchs)-sicherung der Unternehmen bei. Darunter wurden folgende Abschlüsse ermöglicht:
– 29 Altenpfleger/innen (ohne Altenpflegehelfer/in)
– 5 medizinische Fachangestellte
– 32 Steuerfachangestellte
– 12 Gießereimechaniker/innen
– weitere Berufe wie z. B. Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, Fachkraft − Lager/Logistik, Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen, Koch, Restaurantfachmann/-frau, Hotelfachmann/-frau, Tischler/in, Mechatroniker/in, Fachinformatiker/-in − Systemintegration)

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
38817 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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