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Mehr als 22.000 „Frühaufsteher“ arbeiten in anderen Kreisen – Landkreis Harz hat weiterhin doppelt so viele Aus- wie Einpendler

Die neuste Statistik für den Agenturbezirk Halberstadt zeigt: Die Zahl der Menschen aus dem Landkreis Harz, die „früh aufstehen“, täglich oder wöchentlich die Region verlassen und überwiegend in einem der angrenzenden Landkreise arbeiten, sank gegenüber dem Vorjahr geringfügig auf 22.070 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das ist etwa jeder vierte im Harzkreis wohnende Beschäftigte. Gleichzeitig kommen erfreulicherweise immer mehr Menschen aus anderen Regionen für einen Job in den Harz. Dennoch bleibt das Pendlerminus mit über 12.500 Personen immer noch eines der höchsten in ganz Sachsen-Anhalt. Absolutes Zugpferd unter den Regionen ist bei den Auspendlern weiterhin Goslar und die meisten Einpendler kommen aus dem Salzlandkreis. Die Mehrzahl der Pendler ist zwischen 25 und 50 Jahren alt. Auspendler arbeiten überwiegend in technischen Berufen – Einpendler sind vorwiegend im Gesundheits- und Dienstleistungsgewerbe tätig.

Pendlerquote blieb stabil − geringfügig weniger Auspendler
Jede Woche pendeln mehrere tausend Arbeitnehmer von zu Hause weg, um außerhalb der Heimatregion ihrem Job nachzugehen. Dabei hat sich die Zahl der Auspendler im Vorjahresvergleich kaum verändert. Auch die Pendlerquote blieb stabil. Das zeigen die aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Demnach pendelte jeder Vierte (26,5 Prozent) aller im Landkreis Harz wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten letztes Jahr Stichtag 30.Juni 2013 in einen anderen Landkreis. „Aufgrund des Strukturwandels sind die Menschen in unserem Landkreis schon immer sehr mobil, wenn es um das Thema Beschäftigung geht. In der Vergangenheit war dies für viele oftmals die einzige Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu finden. Zwischenzeitlich hat sich die Situation auf dem hiesigen Arbeitsmarkt jedoch verändert und die Unternehmen vor Ort suchen qualifizierte Fachkräfte. Trotz dieser positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre verlassen weiterhin mehr als doppelt so viele Arbeitskräfte den Harzkreis für einen Job, als gleichzeitig Arbeitnehmer aus anderen Regionen zu uns kommen, um hier zu arbeiten. Nach der Börde und dem Burgenlandkreis hat unser Landkreis den dritthöchsten Pendlersaldo in ganz Sachsen-Anhalt. Eine Ursache dafür sind die attraktiven Wirtschaftsräume im Tagespendelbereich jenseits unserer Kreisgrenzen, die über gute Verkehrsverbindungen relativ schnell zu erreichen sind“, so das Fazit von Heike Schittko, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Halberstadt, zu den aktuellen Pendlerdaten.

Für die meisten Pendler ist das Lohnniveau der entscheidende Faktor. „Außerhalb unseres Landkreises liegt dies in den meisten Branchen im Schnitt noch deutlich über dem hier vor Ort. So sichert zwar die hohe Beschäftigungsquote der hier Wohnenden und außerhalb Arbeitenden unserer Region eine relativ hohe Kaufkraft, aber diese Arbeitnehmer stehen der heimischen Wirtschaft als Fachkräfte nicht mehr zur Verfügung. Zwar zeigt die leicht zunehmende Zahl der Einpendler, dass die Bemühungen der Wirtschaft langsam Früchte tragen. Hierzu zähle ich die Schaffung von stabilen und attraktive Arbeitsplätze und die Gewinnung von Fachkräften über weiche Faktoren wie Kinderbetreuung und Wohnraum. Dennoch müssen sich die Unternehmen zukünftig noch deutlich mehr anstrengen, um gegenüber den Nachbarregionen wettbewerbsfähig zu bleiben“, gibt die Agenturchefin zu bedenken.

Fast jeder zweite Pendler arbeitet in Niedersachsen − „Hotspot“ ist Goslar
Auf Länderebene steht das Land Niedersachsen mit fast 11.000 Pendlern und einem Anteil von etwa 50 Prozent weiterhin an erster Stelle der häufigsten Pendelziele. Absolute „Nummer Eins“ aller Pendlerziele ist dabei mit über 3.800 Personen der Landkreis Goslar. Über 7.000 Auspendler (32 Prozent) arbeiten in Sachsen-Anhalt. Spitzenreiter der Auspendlerziele in Sachsen-Anhalt bleibt weiterhin der Salzlandkreis mit mehr als 2.400 Personen (11 Prozent).

Zahl der Einpendler steigt leicht – Harz bei den Nachbarn aus dem Salzlandkreis am beliebtesten
Die Zahl der Beschäftigten, die aus anderen Landkreisen für eine Beschäftigung in den Harzkreis pendelten, stieg innerhalb eines Jahres um knapp 4 Prozent auf fast 9.500. Die Mehrheit sind Tagespendler aus den benachbarten Landkreisen. Die meisten von ihnen (mehr als 1.850 bzw. 20 Prozent) kommt aus dem Salzlandkreis. Aus den alten Bundesländern pendelten die meisten aus den angrenzenden Landkreisen in Niedersachsen (knapp 1.700 Personen) in den Harzkreis. Das waren rund ein Sechstel aller Einpendler.

Mehrzahl der Pendler ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
Sowohl bei den Ein-, als auch bei den Auspendlern sind die meisten Männer und Frauen zwischen 25 und 50 Jahre (jeweils ca. 60 Prozent). Nur etwa 9 Prozent der Ein- und 8 Prozent der Auspendler gehören zur Altersgruppe unter 25 Jährigen. 31 Prozent der Einpendler und ein Drittel der Auspendler sind älter als 50 Jahre.

Erläuterungen zu den Begriffen Ein- und Auspendler, Pendlersaldo
Einpendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Arbeitsort – also in Landkreis Harz – wohnen aber hier beschäftigt sind. Auspendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht im Landkreis Harz arbeiten, hier aber leben. Die Differenz aus Einpendlern zu Auspendlern ergibt das Pendlersaldo. Werden die Ein- und Auspendler für den Landkreis Harz im Juni 2013 aufgerechnet, ergibt sich ein negativer Pendlersaldo von aktuell 12.589

PM:
Agentur für Arbeit Halberstadt
38817 Halberstadt
www.arbeitsagentur.de/halberstadt

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