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Geo-Wanderung am 4. Oktober 2014 – Was haben der Harly bei Vienenburg und die Asse gemeinsam?

Harlyturm

Der Harly-Turm, das Wahrzeichen des Harlys. Foto: BUND Westharz

Wie viele Millionen Jahre ist der Harly alt und was hat er mit der Asse zu tun? Geologische Harly-Wanderung mit Dr. Friedhart Knolle am 4. Oktober 2014

Goslar-Vienenburg. Vienenburg-Tourismus e.V. lädt am 4. Oktober 2014 zur nächsten geologischen Wanderung mit dem BUND-Geologen Dr. Friedhart Knolle in den Harly ein. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Vienenburger Parkplatz Schacht I. Die Dauer der Wanderung beträgt etwa drei Stunden.

Vorbei an der 1956 stillgelegten Eisenbahnstrecke Grauhof – Hildesheim – Hannover geht es zunächst zum gesicherten Mundloch des Kalischachts I. Am 8. Mai 1930 kam es in diesem Bereich des Kalibergwerks Hercynia zum Laugeneinbruch, in dessen Folge dann die Schachtanlage geschlossen werden musste. Über 400 Bergleute verloren damals ihre Arbeitsstelle, 145 Beschäftigte fanden glücklicherweise in Kleinbodungen bei Bleicherode eine neue Arbeitsstelle – ein Bergwerksunglück, vom dem ja befürchtet wird, dass es dem Atommüll-Endlager Asse ebenfalls bevorstehen könnte.

Herr Dr. Knolle führt die Gruppe dann zum Burggrund zu einem kleinen Gipssteinbruch, der selbst Kundigen recht unbekannt ist. Im Harly wurde nämlich über lange Zeit Gips abgebaut, der sog. „Wöltingeroder Alabaster“. Die Wanderung wird immer wieder unterbrochen durch kleine Zwischenstopps, aber gewürzt mit interessanten Erklärungen zur Geologie und Geschichte des Harlys. Die Themen reichen vom über den Kamm des Harly streifenden Neandertaler, über die ca. 88 Jahre existierende Harlyburg und die am Harly entlangführende Eisenbahnlinie bis zum Abriss des Kreisaltersheims. Auch das dunkle Kapitel des Dritten Reiches wird nicht ausgelassen. Am Krater nahe Schacht I kann man den Verlauf der Gesteinsformationen trotz des Bewuchses noch gut erkennen.

Auf dem ehemaligen Wirtschaftsweg geht es dann weiter über den Hercyniaweg zum Schacht II. Nach einem kurzen Halt an der Gedenktafel für Salineninspektor A. Schloenbach (1812 – 1877) geht die Wanderung zum dortigen Schachtmundloch – auch dieses ist noch gut zu erkennen. Dr. Knolle wird hier anhand seiner mitgeführten Unterlagen, bestehend aus geologischen Karten und alten Aufnahmen der Schachtanlagen, anschauliche Erläuterungen zum damaligen großen Gelände des Kalisalzbergwerks geben. Heute zeugen noch verschiedene Wohnhäuser von der nur kurzen industriellen Epoche von 1884 bis zum Laugeneinbruch im Mai 1930 im Harly. Weiter geht es über die Strecke der ehemaligen Bahnlinie hinunter zur Oker. Von der Fußgängerbrücke aus kann man den 1960 entstandenen letzten Krater mitten in der Oker noch erkennen – damals fiel der Fluss kurzzeitig trocken.

Auch Flora und Fauna kommt bei dieser Wanderung nicht zu kurz – unter anderem könnten Schwermetallrasen und die Hallersche Grasnelke bestaunt werden. Am nördlichen Ufer des Vienenburger Sees geht es zurück zum Parkplatz am Schacht I.

PM:
Peter Fischer
Vienenburg-Tourismus e.V.

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