Anzeige:

Ostern naturfreundlich feiern und auch feuern

Magdeburg. Jedes Jahr freuen sich Jung und Alt wieder auf das Osterfeuer, aber mit dem Abbrennen des Schnittgutes sind auch viele negative Seiten verbunden, denn zu Ostern wird in zahlreichen Städten und Gemeinden in Sachsen-Anhalt das Brauchtum des Osterfeuers gepflegt, was nicht immer so naturfreundlich abläuft, wie es oft aussieht.

Schon bei der Standortwahl sollte darauf geachtet werden, daß die Rauchentwicklungen nicht die Anwohner belasten. Auch Horstschutzzonen, die im Naturschutzgesetz in Sachsen-Anhalt seit 2010 verankert sind, müssen beachtet werden. Brut und Aufzucht störende Handlungen sind in einem Umkreis von 300 m zu unterlassen!

„Seitens der Genehmigungsbehörden in den Landkreisen und Verwaltungsgemeinden sollte vor der Genehmigung darauf geachtet werden und auch Kontrollen durchgeführt werden, selbst wenn die Genehmigung des Osterfeuers schon alle Jahre wieder fast automatisch erteilt wird, aber die Umstände können sich ja ändern“, rät Annette Leipelt vom NABU Sachsen-Anhalt.

Oft beginnen Gartenbesitzer, Vereine und Gemeinden schon lange vor Ostern damit, das Brennmaterial für ein möglichst großes Feuer zu sammeln und aufzuschichten. Viele Tiere nutzen diese Reisighaufen gerne als Unterschlupf oder sogar als Brutmöglichkeit. Doch dies kann für Tiere tödlich sein.

„Igel, Spitzmäuse und Amphibien nutzen die Haufen gern als Wohnquartiere“, erklärt Annette Leipelt, „außerdem brüten einige Vogelarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle sehr gern in solchen Reisighaufen.“ Viele dieser Tiere seien gerade im Garten wichtige Helfer bei der Vertilgung unerwünschter Insekten.

„Wer trotzdem nicht auf sein Osterfeuer verzichten möchte, sollte entweder den Haufen erst unmittelbar vor dem Verbrennen aufschichten“, appelliert Annette Leipelt vom NABU Sachsen-Anhalt an die Organisatoren, „oder ihn zumindest vorher noch einmal vorsichtig umschichten, damit die Tiere noch Gelegenheit haben, sich in Sicherheit zu bringen.“ Wer diese Tipps beherzige, könne viele Tiere vor einem unbeabsichtigten und sinnlosen Feuertod retten, so der NABU Sachsen-Anhalt.

Achtung: Das Osterfeuer sollte keinesfalls als Müllentsorgung genutzt werden! Also darauf achten, daß ausschließlich unbehandeltes Holz verbrannt wird. Bitte auch keine Brandbeschleuniger benutzen.

In Sachsen-Anhalt genießen die Nestbereiche von Rotmilan, Schwarzstorch, Adlerarten, Wanderfalke und Kranich bereits ab dem 1. März einen besonderen Schutz. Das aktuelle Naturschutzgesetz regelt dies seit der Gesetzesänderung zum aktuellen Naturschutzgesetz Ende 2010 in Sachsen-Anhalt dies in einem gesonderten Paragraphen, der in der Praxis Anwendung und Umsetzung finden sollte. In dem sogenannten § 28 Horstschutz dürfen grundsätzlich diese besonders störungsempfindlichen und in ihrem Bestand gefährdeten Vogelarten durch störende Handlungen nicht beeinträchtigt werden. Brut und Aufzucht störende Handlungen sind in einem Umkreis von 300 m zu unterlassen.

Pressemitteilung:
NABU Sachsen-Anhalt
Annette Leipelt
Tel. 0391/ 561 93 50

Comments are closed.