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Gewässer im Nationalpark Harz – Band 10 der Schriftenreihe des Nationalparks Harz erschienen

Titel des neuen Bandes

Titel des neuen Bandes „Zur Situation der Gewässer im Nationalpark Harz“

Wernigerode. Jüngst erschien der Band 10 der Schriftenreihe des Nationalparks Harz, der sich mit den Gewässern des Großschutzgebiets beschäftigt.

Das Wasser formt in der reichen Landschaft des Harzes mit den Mooren, den Bächen und Flüssen die „Lebensadern“ in der Natur. Das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen den Gewässern und den anderen beteiligten Kompartimenten ist zu vertiefen, zumal mit dem Klimawandel bzw. dem „Global Change“ insgesamt noch viele Unwägbarkeiten verbunden sind. Wasser ist aber auch ein verbindendes Element zwischen dem Nationalpark Harz als wasserreichem Gebiet rund um den Brocken und den Harzwasserwerken, die für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung Verantwortung tragen. Nationalpark und Harzwasserwerke sind nicht nur territorial, auf zumindest großen Teilen, im gleichen Gebiet tätig, sondern auch ihre Ziele lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Dieser heißt: sauberes Wasser in einer ökologisch intakten Umwelt. Der Nationalpark leistet dazu seinen Beitrag, indem er in seinen Lebensräumen ein hohes Maß an Naturnähe ansteuert und die Natur weitgehend sich selbst überlassen bleibt. Das ist aber nur die eine Seite. Auf der anderen Seite stehen globale Einflussgrößen, deren Wirksamkeit damit allein nicht ausgeschaltet werden kann. Vor einigen Jahrzehnten spielte der „Saure Regen“ eine zentrale Rolle und man sah nicht nur den Wald in Gefahr, sondern meinte auch, dass die Fließgewässer unter der giftigen Last von Schwermetallen veröden könnten. Heute ist der Säureniederschlag dank aktiver Umweltschutzmaßnahmen deutlich zurückgegangen, dafür spielen Stickstoffeinträge eine größere Rolle. Wie sieht es aber derzeit in den Gewässern des Nationalparks aus?

Die Harzwasserwerke verfügen über einen großen Fundus an Daten zur Gewässerchemie. Der Nationalpark hat inzwischen eine Reihe von Ergebnissen zur Biologie der Gewässer zusammengetragen. Daher haben sich die beiden Partner in einem gemeinsamen Projekt gefunden, um die Ergebnisse zusammenzuführen und genauere Einblicke in das Ökosystem der Gewässer zu gewinnen. Dabei spielten unter anderem folgende Fragen eine Rolle: Wie wirken sich längere und in jüngerer Vergangenheit gehäuft auftretende Trockenperioden auf die Wasserqualität aus? Bringt die Schneeschmelze mit dem Frühjahrshochwasser einen „Säureschub“, der die Wasserqualität und die Lebewelt im Wasser beeinträchtigt? Wie ist der Zustand der Nahrungsketten in den Fließgewässern zu bewerten? Gibt es positive Entwicklungen beim Fischbestand?

Aus den inzwischen zahlreichen Untersuchungen entsteht wie bei einem Puzzle allmählich ein Bild, das die aktuellen Konturen des Lebensraums Gewässer vor allem auch im Hinblick auf die Trinkwasserqualität erkennen lässt. Die gut besuchte gemeinsame Vortragstagung von Harzwasserwerken und Nationalpark Harz gab eine Übersicht zu den genannten Fragen, umriss den aktuellen Kenntnisstand und wies auf die gegenwärtige und zukünftige Bedeutung des Themas „Wasser“ hin.

Berichtet wurde z. B. über die Wasserverfügbarkeit im Harz im Hinblick auf das sich verändernde Klima, über die Wasserqualität der Gewässer in den Moor- und Quellregionen des Hochharzes und über erste Ergebnisse der Auswirkungen der Moorrenaturierung in einem Moor im Holtemme-Quellgebiet, dem Blumentopfmoor. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Ergebnisse der Untersuchungen zur Fauna der Fließgewässer. Nach einer systematischen und mit einheitlichen Methoden durchgeführten Fischkartierung aller Gewässer des Nationalparks liegen nun Daten zu Bestand und Ausbreitung der Fische, insbesondere der Bachforelle, vor, die bis in Höhenlagen von 800 m ü. NHN nachgewiesen werden konnte. Daneben wurden erste Ergebnisse der systematischen Erfassung der Wassermollusken, insbesondere der Kleinmuscheln, präsentiert. In einem weiteren Vortrag wurden Insektenarten aus den Gruppen Steinfliegen, Köcherfliegen und Eintagsfliegen vorgestellt, die z. T. speziell an die in den kalten Gebirgsbächen vorherrschenden Bedingungen angepasst sind.

Der neue „Wasser-Band“ geht auf eine gemeinsame Tagung der Harzwasserwerke GmbH und des Nationalparks Harz in Drübeck zurück, auf der Forschungsergebnisse aus z. T. langjährigen Untersuchungen der beiden veranstaltenden Organisationen zur Situation der Gewässer im Nationalpark und darüber hinaus einem breiten Publikum vorgestellt wurden.

Der Band kann für 7,50 € bei der Nationalparkverwaltung Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode (poststelle@npharz.sachsen-anhalt.de oder Tel. 03943/5502-0) erworben werden.

Presse-Information:
Nationalpark Harz
http://www.nationalpark-harz.de

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