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Schweizer Forschungsunternehmen sieht für den Harz düstere Zukunft voraus

Heckertheim 2013

Stereotypische dystopische Szenerie in “Ostdeutschland” (Symbolbild)

Die Schweizer Prognos AG mit Sitz in Basel gehört zu den ältesten Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen in Europa. Mit dem jüngst veröffentlichten “Prognos Zukunftsatlas 2013″ wird versucht, einen Blick in die Zukunft der zur Zeit 402 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland zu werfen.

Dabei sollen die Zukunftsperspektiven der einzelnen Regionen an Hand der Themenbereiche Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation sowie Wohlstand und Soziale Lage bestimmt werden. In vielerlei Hinsicht stellen die Ergebnisse nur einen Teilaspekt der Gesamtsituation dar. Die Herangehensweise ist recht einseitig und geldzentriert. So gibt es z.B. keinerlei Aussagen über schwer in Zahlen zu fassende Themen wie Zufriedenheit und Lebensqualität sowie über die subjektive Einschätzung der Lage durch die Menschen vor Ort. Des Weiteren erscheinen manche Punkte etwas sonderbar, so z.B., wenn bei einer Arbeitslosenrate von vier Prozent oder weniger bereits von Vollbeschäftigung gesprochen wird. Auch die Verortung der sachsen-anhaltinischen Harzkreise nach “Ostdeutschland” ist aus Schweizer Perspektive vielleicht erklärbar, aber geographisch nicht korrekt.

Für das Harzgebiet hält der “Prognos Zukunftsatlas 2013″ keine echten Überaschungen parat. In fast allen Themenbereichen gibt es in fast allen Landkreisen des Harzes Platzierungen im letzten Viertel der Gesamtwertung (sog. “Zukunftsindex”). Die Schweizer sehen hier überall Zukunftsrisiken, teilweise sogar sehr hohe.

Am besten schneidet noch der Landkreis Goslar ab mit Rang 330, das Schlußlicht bildet der Landkreis Mansfeld-Südharz mit Rang 396. Dort ist die Perspektive des Arbeitsmarktes mit Rang 402 sogar die schlechteste in ganz Deutschland.

Alle Harzer Landkreise haben ein massives Demographieproblem. Es findet eine Abwanderung der jungen Menschen statt, vorwiegend in die urbanen Zentren. Das führt logischerweise in Kombination mit der geringen Geburtenzahl zu einer enormen Überalterung im ländlichen Harz. Hier kommt zusätzlich negativ zum tragen, daß so manches Harzstädtchen als Alterssitz bei Senioren sehr beliebt ist. Folglich ist auch die Dynamik der (verbleibenden) Bevölkerung sehr gering.

Der “Zukunftsatlas 2013″ wirft nur bedingt einen Blick in die Zukunft. Letztendlich werden in ihm gegenwärtige Trends nur weiter in die Zukunft fortgeschrieben. Für einige Zeit mag ein derartiges lineares Denken erfolgreich sein, nachhaltig ist es mit Sicherheit nicht. Ein Blick ins Geschichtsbuch zeigt, daß Umbrüche stets für die Masse (und für Experten sowieso) überraschend kamen und anschließend die Karten neu gemischt wurden.

Übersicht über die Positionierung der Harzer Landkreise im “Zukunftsindex”

Landkreis Goslar
Rang 330 von 402 (“Zukunftsrisiken”)
Dynamik 307
Stärke 324
Demografie 370
Arbeitsmarkt 294
Innovation 323
Wohlstand 293

Landkreis Nordhausen
Rang 364 von 402 (“Zukunftsrisiken”)
Dynamik 339
Stärke 364
Demografie 311
Arbeitsmarkt 366
Innovation 378
Wohlstand 334

Landkreis Osterode am Harz
Rang 376 von 402 (“Hohe Zukunftsrisiken”)
Dynamik 341
Stärke 373
Demografie 401
Arbeitsmarkt 277
Innovation 379
Wohlstand 296

Landkreis Harz
Rang 383 von 402 (“Hohe Zukunftsrisiken”)
Dynamik 344
Stärke 383
Demografie 396
Arbeitsmarkt 338
Innovation 348
Wohlstand 339

Salzlandkreis
Rang 392 von 402 (“Sehr hohe Zukunftsrisiken”)
Dynamik 399
Stärke 391
Demografie 372
Arbeitsmarkt 393
Innovation 357
Wohlstand 366

Landkreis Mansfeld-Südharz
Rang 396 von 402 (“Sehr hohe Zukunftsrisiken”)
Dynamik 385
Stärke 396
Demografie 381
Arbeitsmarkt 402
Innovation 370
Wohlstand 356

Weitere Informationen zum “Zukunftsatlas 2013″ sowie zum Abschneiden der anderen Regionen in Deutschland finden Sie auf der Website der Prognos AG unter der Adresse www.prognos.com.

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