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Buchneuerscheinung: geachtet – geleugnet – geehrt. Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode

Buchcover - Oberst Gustav PetriNeuerscheinung: Peter Lehmann: geachtet – geleugnet – geehrt. Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode

Wernigerode. Peter Lehmann gelang das, was viele nie versuchten, weil sie es offenbar gar nicht für möglich hielten – er spürte die Kriegstagebücher der Jahre 1939 – 1945 des Kaufmanns und Wehrmachtsoffiziers Gustav Petri (1888 – 1945) auf, der allgemein als „Retter von Wernigerode“ bezeichnet wird. Petri stand dem nationalsozialistischen Regime in klarer Abneigung gegenüber und unterhielt lose Beziehungen zum militärischen Widerstand. Nach Einsätzen in Russland und Frankreich wurde ihm in den letzten Kriegstagen befohlen, die Stadt Wernigerode gegen die Amerikaner zu verteidigen. Militärische Einsicht und humanistische Verantwortung veranlassten ihn jedoch, den Befehl zu verweigern, was ihm den Tod, den Wernigerödern das Leben und den Erhalt ihrer Stadt einbrachte.

Das verdienstvolle Buch von Peter Lehmann widmet sich zunächst dem Werdegang und der Persönlichkeit von Gustav Petri. In einem zweiten Teil werden die für Petri und Wernigerode fünf entscheidenden Tage im April 1945 nachgezeichnet. Der dritte Teil schließlich befasst sich mit der Wirkungsgeschichte der Befehlsverweigerung. Nach der Erschießung wurde Petri an einem bis heute unbekannten Ort in den Harzbergen vergraben. In den Zeiten des Kalten Kriegs wurden Tat und Tod des „Retters von Wernigerode“ aus politischen Gründen geleugnet, ein Gedenkkreuz entfernt, Forschungen abgebrochen. In der Bundesrepublik gelang die Wiedergutmachung 1956 nur mit Mühe. In Wernigerode wurde seiner erst nach 1989 am „Wohltäterbrunnen“ gedacht und eine Straße nach ihm benannt. Wichtige Dokumente, Zeitzeugenberichte und Fotos ergänzen die Darstellung. Eine beigefügte CD enthält das vollständige Tagebuch von Gustav Petri aus den Jahren 1939 bis 1945.

Lehmann gelang neben dem Fund der Tagebücher noch etwas Weiteres – er räumt mit vielen Legenden und Fehlinformationen auf, die um Oberst Petri in den letzten Jahrzehnten gesponnen wurden. Ein wirklich bedeutender Fortschritt in der Petri-Forschung liegt nunmehr der Öffentlichkeit vor.

Bibliographische Angaben:
Harz-Forschungen Bd. 29, hrsg. v. Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V., Lukas-Verlag, Berlin und Wernigerode 2013.
336 S., CD im Anhang, Broschur, 17 x 24 cm.
ISBN 978-3-86732-173-0.
25 €, E-Book 20 €.

PM / Herausgeber:
Spurensuche Harzregion e.V.
Dr. Friedhart Knolle
www.spurensuche-harzregion.de

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