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Nationalparkbeirat Harz: Straßenbegleitender Ausbau der Brockenstraße ist keine sinnvolle Alternative für Wanderer

Wernigerode. Eine klare Absage erteilte der Nationalparkbeirat der Machbarkeitsstudie zum straßenbegleitenden Ausbau der Brockenstraße. Nach intensiver Diskussion der vom Landkreis Harz in Auftrag gegebenen Studie hat sich am 7. Mai 2013 der in Wernigerode tagende Nationalparkbeirat gegen diesen Ausbau ausgesprochen, wie der Vorsitzende des Gremiums Werner Grübmeyer mitteilte. Diese Empfehlung sei einstimmig gefallen, so Grübmeyer weiter. Es habe nicht einmal Enthaltungen gegeben. Zur Vorbereitung habe er die Studie den Beiratsmitgliedern bereits einige Wochen vor der Sitzung zustellen lassen.

Die Erörterung dieses Themas hatte 2012 erneut begonnen, als der Harzklub auf seiner Jahreshauptversammlung beschloss, einen weiteren Weg zum Brockengipfel von der Einmündung des Goetheweges an zu fordern. Die Nationalparkverwaltung konnte diesem Antrag nicht folgen.

Der Nationalpark Harz hat zum Ziel, in überwiegenden Teilen des Gebiets einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten, der vom Menschen nicht oder nur wenig beeinflusst wird. Die Neuanlage eines Wanderweges sei mit diesem Schutzzweck nicht vereinbar, so erklärte der Nationalpark seinerzeit. Ein neuer Wanderweg würde durch die Naturdynamikzone, also die Kernzone des Nationalparks, führen und die wertvollsten Bereiche in der flächenmäßig sehr kleinen Zone an der oberen Waldgrenze erheblich beeinträchtigen. Einige Beiratsmitglieder, so Grübmeyer weiter, hätten moniert, dass die Thematik nun über Jahre immer wieder angesprochen würde, obwohl der über Monate intensiv diskutierte und erst 2011 verabschiedete Wegeplan eine solche Wegeanlage nicht vorsehe.

Die nunmehr vorgelegte Machbarkeitsstudie war vom Landkreis in Auftrag gegeben worden und im April von Landkreis und Stadt Wernigerode der Presse vorgestellt worden. Sie sieht einen Ausbau der Brockenstraße im oberen Bereich um 3 m vor. Nach ausgiebiger Diskussion des gestrigen Themenschwerpunktes einschließlich aller Varianten kam der Beirat zu dem Ergebnis, dass dieser Ausbau nicht sinnvoll sei. Die beabsichtigte Trennung von Wanderern und sonstigen Verkehrsteilnehmern sei durch den Ausbau nicht zu erreichen. Die damit beabsichtigte Erhöhung der Sicherheit könnte sogar ins Gegenteil umschlagen, wenn sich nach der gerade erst abgeschlossenen vollständigen Erneuerung der Brockenstraße die Geschwindigkeiten der Radfahrer und Autofahrer weiter erhöhen würden. Hier seien verkehrsregulierende Maßnahmen und ihre Überwachung zielführender. Darüber hinaus seien die enormen Kosten von mindestens 550.000 € bei hohen, unabwägbaren weiteren Finanzaufwendungen nicht zu verantworten.

Presse-Information: Nationalpark Harz
http://www.nationalpark-harz.de

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