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Böse Überraschung im Harz: Der Landkreis Nordhausen plant den Ausstieg aus der Harzer Schmalspurbahnen GmbH

Völlig unerwartet kam am Freitag, den 12. April 2013, eine schlechte Nachricht aus dem Thüringer Verkehrsministerium: Auf Vorschlag der Landrätin von Nordhausen will der Landkreis Nordhausen seine Anteile an der Harzer Schmalspurbahnen GmbH abgeben. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 1.500.000 Euro. Der Landkreis Nordhausen ist mit 20 Prozent an der Harzer Schmalspurbahnen GmbH beteiligt und damit neben dem Landkreis Harz der größte Anteilseigner.

Kritik an diesem Vorstoß kam umgehend von diversen anderen Gesellschaftern, aber auch vom Thüringer Verkehrsministerium selbst. Die Harzquerbahn stellt nämlich einen wichtigen Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen der Kreisstadt Nordhausen und dem Ort Ilfeld am Ausgang des Beehretals im Harz dar. Darüber hinaus sind die Harzer Schmalspurbahnen bekanntlich eine der größten Touristenattraktionen im Harz überhaupt. Die möglichen Konsequenzen einer Einstellung des Bahnbetriebes sind momentan überhaupt nicht absehbar.

Die Harzer Schmalspurbahnen befördern pro Jahr etwa 1,1 Millionen Fahrgäste. Dabei ist die Auslastung der einzelnen Streckenabschnitte sehr unterschiedlich. Einige Teilstrecken sind derzeit nicht wirtschaftlich zu betreiben. Daher ist es recht unwahrscheinlich, daß die verbleibenden Gesellschafter (der Landkreis Harz, die Orte Gernrode, Harzgerode, Harztor, Nordhausen, Oberharz, Quedlinburg, Wernigerode sowie die Braunlage Tourismus GmbH) die frei werdenden Anteile ohne weiteres übernehmen können.

Es bleibt zu hoffen, daß der Landkreis Nordhausen seinen Plan noch einmal überdenkt. Diese kurzfristig angelegte Sparmaßnahme würde mit Sicherheit durch die daraus folgende verminderte Attraktivität der Region langfristig großen Schaden anrichten und damit einhergehende erhebliche finanzielle Einbußen zur Folge haben.

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